Bergbaugefahren an Fernstraßen sollen gebannt werden

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KREFELD - Die Straßenbauverwaltung reagiert auf Bergbauschäden an Fernstraßen in NRW und geht für die Sicherheit der Autofahrer in die Offensive. Das Projekt ist auf Jahrzehnte angelegt.

Die nordrhein-westfälische Straßenbauverwaltung will die Fernstraßen in Nordrhein-Westfalen sicherer machen. Nach zahlreichen Bergbauschäden unter und neben Bundesstraßen und Autobahnen sollen jetzt landesweit weitere mögliche Schadensstellen erfasst und untersucht werden. "Betroffen ist halb NRW", sagte Markscheider Jürgen Edel von Straßen.NRW in Krefeld. Anhand von Bergbaukarten sollen gefährdete Bereiche identifiziert und mit Punkten bewertet werden. Die auf der Hitliste oben stehenden Objekte sollen vordringlich vor Ort untersucht und Schäden behoben werden. Edel rechnet für das Projekt "Risikomanagement" mit einer Laufzeit von rund 20 Jahren.

Zuletzt waren an der A43 Münster - Wuppertal Hohlräume aus historischem, oberflächennahem Bergbau verfüllt worden. Straßen.NRW musste die Fahrbahnen zwischen Witten-Herbede und Sprockhövel in Richtung Wuppertal tagelang sperren. Zum Wochenbeginn wird dann in Gegenrichtung der Untergrund erkundet.

Betroffen sind in NRW die Regionen mit oberflächennahem Bergbau. Dabei ist es egal, ob es sich um den Abbau von Steinkohle, Erz oder anderen wertvollen Stoffen handelte. Entscheidend ist, dass der Abbau nah unter der Oberfläche geschah. Betroffen ist damit der Steinkohlebergbau im südlichen Ruhrgebiet sowie der Bergbau in Sauerland und Siegerland, im Bergischen Land und in der Eifel. Im nördlichen Teil des Landes wurde und wird die Kohle in großen Tiefen abgebaut. Wenn dort ein Hohlraum einstürzt, wirkt sich das an der Oberfläche nicht so dramatisch aus.

"Ziel ist es, zur Sicherheit der Autofahrer zu agieren und nicht nur auf Schäden zu reagieren", sagte Edel. Zurzeit klärt die Straßenbauverwaltung Fragen mit den Bergbaubehörden und den Unternehmen, die für Altbergbau zuständig sind. Das sind vor allem die RAG, die Energieversorger und ThyssenKrupp. Dabei geht es auch um Geld.

Untersucht wird vor allem über Bohrungen in den Untergrund. Zum Einsatz kommen aber auch physikalische Untersuchungen, wie Schallwellen, Radar oder Strom. Gesucht wird nach Unregelmäßigkeiten in alten Stollen, Flözen oder Wegstrecken zu Flözen, den Strecken. - lnw

Quelle: wa.de

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