NRW startet ins Schuljahr

Bald beginnt wieder der Ernst des jungen Lebens.

DÜSSELDORF ▪ Mehr Lehrer, mehr i-Dötze, mehr Ganztagsschulen und mehr Geld für die Lehrerfortbildung bei insgesamt weiter sinkender Schülerzahl. Das ist die Ausgangslage zum neuen Schuljahr, das am Mittwoch beginnt. Von Detlef Burrichter

Insgesamt 8350 Lehrer wurden in diesem Jahr bereits in den NRW-Schuldienst eingestellt – nach Angaben der Landesregierung so viele wie seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr. Davon seien gut 2000 „wirklich neue Stellen“, die anderen ersetzen in den Ruhestand ausgeschiedene Lehrer, erläuterte am Freitag NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Und noch sind 887 weitere Stellen vakant, die besetzt werden sollen.

Erstmals starten 1100 Schüler an landesweit zwölf neuen Gemeinschaftsschulen im Rahmen eines Modellprojektes – darunter aus Ascheberg und Lippetal. „Das ist die Ouvertüre für die neue Sekundarschule“, sagte Löhrmann. Sie vertraue fest darauf, dass der Schulkonsens von SPD, Grünen und CDU zustande kommen. Das neue Schulgesetz soll am kommenden Freitag in einer Sondersitzung in den Landtag eingebracht werden.

Im Ganztag macht die rot-grüne Landesregierung nochmals Tempo: 142 neue offene Ganztagsschulen gehen im Primarbereich an den Start. In der Sekundarstufe I sind es 30 neue Ganztagsschulen, darunter die 12 Gemeinschaftsschulen. Hinzu kommen vier neue Ganztagsförderschulen.

Im Rahmen eines weiteren Modellprojekts kehren landesweit 13 Gymnasien zum Abitur nach 13 Schuljahren zurück – darunter ist auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Münster.

Auf viele Lehrer in NRW kommen neue Aufgaben zu, für die sie nicht ausgebildet wurden. Nach und nach sollen behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsame in den Regelschulen unterrichtet werden. Um die Lehrer fit dafür zu machen, werden die Mittel für die Lehrerfortbildung um 800000 auf 17 Millionen Euro aufgestockt.

Insgesamt geht die Schülerzahl um 0,7 Prozent auf 2,74 Millionen zurück. Die Zahl der Erstklässler nimmt aber um 6,3 Prozent auf 165000 zu. Ein Einmaleffekt, sagte Löhrmann. Wegen des letztmaligen Vorziehens des Einschulungstermins würden 13 statt 12 Geburtsmonate in dem neuen Jahrgang eingeschult.

Die Übergangsquote zur Hauptschule ist erneut eingebrochen und liegt nur noch bei 12.3 Prozent (im Vorjahr 13.3). Mit 39,5 Prozent bleibt das Gymnasium mit großem Abstand die beliebteste Schulform in NRW.

Quelle: wa.de

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