Edelstahlbranche: 570 Jobs weniger in Deutschland

[UPDATE 14.00 Uhr] KREFDELD/HELSINKI - Nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum steht der weltgrößte Edelstahlproduzent Outokumpu weiter unter Druck. Noch in diesem Jahr soll das Werk in Krefeld geschlossen werden. Auch das Werk in Bochum ist weiter von der Schließung bedroht.

Der weltgrößte Edelstahlkonzern Outokumpu will nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum in diesem Jahr bis zu 570 Stellen in Deutschland streichen. Bis Ende 2013 werde das ehemalige ThyssenKrupp-Edelstahlwerk in Krefeld geschlossen, teilte das finnische Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mit. Insgesamt sei im laufenden Jahr die Streichung von weltweit 770 Stellen geplant. Die Stellenstreichungen sollen sozialverträglich erfolgen.

Bereits bei der Übernahme der ThyssenKrupp-Edelstahltochter im vergangenen Jahr hatte das finnische Unternehmen neben der Schließung des Werks in Krefeld auch ein mögliches Aus für das Werk in Bochum bis Ende 2016 in Aussicht gestellt. Zuvor werde bis Ende 2015 jedoch noch die Wirtschaftlichkeit des Werks auf den Prüfstand gestellt, teilte Outokumpu auf Anfrage mit.

Bis zum Jahr 2017 will das Unternehmen weltweit sein Sparprogramm verschärfen und 2500 Stellen streichen. Noch im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Abbau von lediglich 2000 Jobs in diesem Zeitraum angekündigt. Hintergrund sei ein weiter "schwieriges Marktumfeld", teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Unter dem Strich fiel zwischen Januar und März ein Verlust von 152 Millionen Euro nach 12 Millionen Gewinn vor einem Jahr an. Die übliche Belebung im ersten Quartal sei angesichts der Wirtschaftskrise in weiten Teilen Europas schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es. Im Gesamtjahr 2012 hatte das Minus bei 536 Millionen Euro gelegen.

ThyssenKrupp ist seit dem Inoxum-Verkauf mit 29,9 Prozent an dem finnischen Konzern beteiligt. Im Rahmen der Edelstahl-Ehe hatte das Essener Unternehmen auch die Übernahme von 600 Mitarbeitern zugesagt. Diese Vereinbarung habe weiterhin Bestand, betonten Sprecher der beiden Unternehmen auf Anfrage.

Die Edelstahlbranche kämpft seit Jahren mit Verlusten. Grund sind hohe Kapazitäten, die auf eine geringe Nachfrage treffen. Die Folge ist ein erheblicher Preisdruck. Um die Konsolidierung der Branche voranzutreiben, hatte Outokumpu im Dezember Inoxum übernommen. - dpa

Quelle: wa.de

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