Große Ehre für eine kleine Stadt im Sauerland

Altena von Merkel für gute Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet

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Verleihung des Nationalen Integrationspreises

[Update: 16.30 Uhr] Altena - Witzig, charmant und sehr spontan – so erlebten 30 Altenaer am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie zeichnete am Vormittag die Stadt Altena mit dem Nationalen Integrationspreis aus.

Neben den Altenaern waren auch Vertreter anderer, für den Preis vorgeschlagenen, Initiativen eingeladen. „Ich glaube, dass hier auch viele andere stehen könnten“, sagte Hollstein dementsprechend. Altena sei stellvertretend für viele andere geehrt worden, die ebenfalls hervorragende Integrationsarbeit leisten würden. 

Frank J. Weise, der Vorsitzende der Jury, lobte Altenas pragmatischen Ansatz: Was hier zur Integration der Flüchtlinge geleistet werde, sei „nicht ‘mal besonders innovativ, sondern ganz einfach gute Arbeit“. 

Kümmerer, Gewöhnung an den Arbeitsmarkt, Sprachkurse, Wohnungen: Was die Burgstadt wie macht, das zeigte vor der Preisverleihung ein vierminütiger Trailer. „Diese Bilder haben für sich gesprochen“ – mit diesen Worten leitete die Kanzlerin ihre Laudatio ein. 

Neben den Altenaern waren auch Vertreter der anderen preiswürdigen Initiativen eingeladen worden.

Vier Punkte stellte sie als besonders vorbildlich heraus: Die Kümmerer, die enge Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen und die Tatsache, dass die Flüchtlinge sofort Sprachunterricht bekommen, wenn sie nach Altena kommen. 

Als vierten Punkt nannte sie die dezentrale Unterbringung und erntete bei den Altenaern einen Lacher, als sie fragte, ob es dafür überhaupt genug Wohnungen gebe. 

Der, der in erster Linie für die Unterbringung zuständig ist, war mit nach Berlin gekommen: Joachim Effertz von der Baugesellschaft gehörte ebenso zur Delegation wie Vertreter aller Ratsfraktionen und des Stellwerks. Mit dabei waren auch Abordnungen der Hilfsorganisationen, die im Herbst 2015 die Aufnahme von 100 zusätzlichen Flüchtlingen vorbereitet hatten. 

Verleihung des Nationalen Integrationspreises

Zu ihnen gehörte Alexander Grass von der Feuerwehr, der in Berlin seinen Geburtstag feierte. Mit einem Kompliment an die Kanzlerin begann Hollstein seine Dankesworte: Er habe höchsten Respekt davor, dass Merkel sich in ihrer Haltung nicht habe beirren lassen. Diese Gradlinigkeit habe bewirkt, dass den Initiativen vor Ort der Rücken freigehalten worden sei. „Das war wichtig für uns“. 

„Auf den Menschen in menschlicher Form einlassen“ – das sei von Anfang an sein Ansinnen gewesen, sagte Hollstein. Er freue sich, dass ihn darin viele Altenaer bestärkt und unterstützt hätten, auch die Geschlossenheit der Politik sei hilfreich gewesen. 

Integration ist eine Frage von Jahren

„Unsere Zukunft ist bunt“, war der Bürgermeister sich sicher und betonte, dass Integration in kleineren Gemeinden wegen der dort üblichen guten Vernetzung einfacher sei. Trotzdem müsse man sich darüber im Klaren sein, dass sie keine Frage von Monaten, sondern von Jahren sei. Was auch immer in dem Umschlag war, den Merkel überreichte – Bargeld war es nicht und auch kein Scheck. 

Trotzdem ist der Preis mit 10.000 Euro dotiert. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie das Geld sinnvoll und gut anlegen werden“, sagte die Kanzlerin dem Bürgermeister.

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Quelle: wa.de

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