Video zeigte Tritt

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Polizisten ein - "Notwehr"

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Die Ermittlungen gegen einen Polizeibeamten, der bei einer Kontrolle in Plettenberg im Februar einen jungen Mann getreten hatte, sind eingestellt worden. Gegen einen Insassen des damals kontrollierten Wagens soll Anklage erhoben werden.

Plettenberg - Wie der WDR berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Hagen die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt gegen einen Polizeibeamten eingestellt. Der Polizist habe in Notwehr gehandelt.

Am 26. Februar war in Plettenberg eine Verkehrskontrolle eskaliert. Ein Handyvideo zeigt, wie der Polizist einem jungen Mann, der mit den Händen über dem Kopf an einem Fahrzeug steht, in den Rücken tritt.

Die Szene hatte ein Mitinsasse im Wagen des Getretenen gefilmt und die Drei-Minuten-Sequenz in einer Whatsapp-Gruppe geteilt, bevor die Beamten ihm das Smartphone abnahmen.

Der Clip verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken.

Zwei Versionen der Geschehnisse

Vorausgegangen war eine Kontrolle des mit fünf jungen Männern besetzten Autos. Von dem weiteren Geschehen gibt es zwei Versionen; die jungen Männer sprechen von "Polizeigewalt" und einem harten, unverhältnismäßigen Vorgehen. 

Die Beamten beschuldigen ihrerseits zwei Männer aus der Gruppe, dass sie sich aggressiv verhalten und es verweigert hätten, sich auszuweisen.   

Die Staatsanwaltschaft Hagen hatte seit März gegen den Beamten wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Die Entscheidung auf Notwehr und damit zur Einstellung des Verfahrens sei gefallen, nachdem das gesamte Video - nicht nur der Ausschnitt mit dem Tritt - gesichtet und Zeugen befragt worden seien. Der Polizist sei angegriffen worden und habe sich nur gewehrt, zitiert der WDR

Parallel ermittelte die Behörde auch gegen die Insassen des Wagens - und will einen der Fünf nun offenbar unter anderem wegen versuchter Körperverletzung anklagen.

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Quelle: wa.de

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Kommentare

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Kommentare

Gerd
(0)(0)

Heute ist ein längerer Bericht im Süderländer Tageblatt zum Thema. In diesem erläutert der Staatsanwalt, warum Notwehr vorlag und das Verfahren eingestellt wurde.
Unschön im Bericht ist allerdings der letzte Abschnitt: "Die Ermittlungen bei Gewalttaten von Polizisten verlaufen meist im Sande. Von den 715 Verfahren in NRW gegen Polizisten kamen 2017 nur fünf zur Anklage. Das sind 0,7 Prozent. Im Durchschnitt führen fast 20 Prozent aller Anzeigen zu Anklagen."
Erstmal fehlen hier Quellenangaben! Und was bezweckt der Autor hiermit? Warum wird die vorher ausführlich begründetet Einstellung durch die Staatsanwaltschaft durch diesen Abschnitt relativiert? Und zwar durch die implizite Aussage, dass dies keine Überraschung sei, sondern ein Normalfall im Sinne von: Gewalttätige Polizisten werden durch den Apparat geschützt.
Das ist kein vernünftiger Journalismus, sondern Stimmungsmache! In einem Kommentar ggf. angemessen, aber nicht in einem neutralen (und das sollte der Anspruch eines guten Journalisten sein) Bericht zum Thema.

Andreas SchmidtAntwort
(0)(0)

Professionell war das nicht und eigentlich erwartet man von Polizisten professionelles Verhalten, aber Fehler liegen leider in der Natur des Menschen.
Ich muss mir das nachher nochmal mit Ton ansehen.

aminosaeureAntwort
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Stimmt, ich wollte es nur auf die Spitze treiben.