Menschliche Fäkalbakterien in Kantinen-Fleisch gefunden

[UPDATE 16:08] DÜSSELDORF - In Düsseldorfer Behördenkantinen ist Fleisch beschlagnahmt worden, das im Verdacht steht, mit menschlichen Fäkal-Bakterien verseucht zu sein. Eine größere Lieferung aus Norddeutschland habe in einem Duisburger Sonderbetrieb vernichtet werden sollen, sagte der Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft, Detlef Nowotsch, am Freitag.

Doch auf dem Weg dahin sei ein Teil "abhandengekommen". Nun wird gegen einen Kantinenpächter und weitere Verdächtige ermittelt. Polizisten durchsuchten die Kantine des Düsseldorfer Landgerichts, des Landeskriminalamts (LKA), des statistischen Landesamts und eine Kantine der Stadtverwaltung. Im LKA und beim Landesamt sei man fündig geworden.

"Wir schauen uns den Fall hier genau an und prüfen, ob wir Maßnahmen ergreifen müssen", sagte ein Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf. Die Federführung in dem Fall habe wegen des strafrechtlichen Hintergrunds aber die Staatsanwaltschaft.

Von den 50 Tonnen Fleisch, die vernichtet werden sollten, fehlten 3 Tonnen, also 3000 Kilogramm. Bei den Durchsuchungen am Donnerstag seien noch 280 Kilogramm sichergestellt worden.

Zum Verbleib des größten Teil des Fleisches sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nichts. Er schloss auch nicht aus, dass es bereits verzehrt wurde.

Das Fleisch steht im Verdacht, mit menschlichen Fäkal-Bakterien, sogenannten Koli-Bakterien, belastet zu sein. Zur genaueren Herkunft des Fleisches, wie es zu der vermuteten Kontamination mit den Bakterien kam und zu den Abläufen des vermuteten illegalen Fleischhandels hüllten sich die Ermittler in Schweigen. Auch die Frage, wie der schmutzige Handel aufflog, beantworteten sie nicht.

Bisher stelle sich die Sache aber als Einzelfall dar. Hinweise auf kriminelle Strukturen und weitere ähnliche Geschäfte gebe es derzeit nicht. "Wir haben jedenfalls keine Anhaltspunkte dafür", sagte Nowotsch.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über den Fall berichtet.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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