Spot an für Zechen und Öfen in der „Nacht der Industriekultur“

ESSEN/BOCHUM - Bühne frei für Faultürme, Hochöfen und alte Zechen - Rund 230 000 Menschen haben die „Nacht der Industriekultur“ im Ruhrgebiet gefeiert. Aus Relikten des Industriezeitalters wurden Kulturtempel.

 Dröhnende Propangasbrenner, Funken sprühende Vorschlaghämmer und schwingende Donnerbleche: Bei der „Hochofensinfonie“ vor der rostigen Kulisse des vor einem Vierteljahrhundert stillgelegten Hattinger Hüttenwerks Henrichshütte wurden Erinnerungen an die industrielle Vergangenheit lebendig. Das Open Air Spektakel der Theatergruppe „Titanick“ zählte zu den Höhepunkten der zwölften „Nacht der Industriekultur“ im Ruhrgebiet. Rund 230 000 Menschen an 53 Spielorten in 23 Städten der Region feierten bis in den frühen Sonntagmorgen hinein die „Extraschicht“ 2012. „Unsere Besucher begeistert besonders die außergewöhnliche Kombination aus Industriekulisse und Kultur“, sagte Axel Biermann, Geschäftsführer von Ruhr Tourismus, dem Koordinator der ExtraSchicht. Bei den Aktionen der insgesamt rund 1000 Künstler stand das Licht im Mittelpunkt, mit Projektionen, Illuminationen und Feuerwerk.

Es gab so viele Spielstätten wie noch nie: Neun Veranstaltungsorte waren neu ins Programm aufgenommen worden. Das 2008 geschlossene Bergwerk Bergmannsglück in Gelsenkirchen feierte bei als neuer Spielort ebenso Premiere wie die Bochumer Ruhr-Universität oder die Emscher-Kläranlage in Dortmund-Deusen. Dort verwandelten multimediale Lichtinstallationen die rund 40 Meter hohen Faultürme in eine unwirkliche Traumkulisse. Zum internationalen Treffpunkt der Kulturen wurde die Bochumer Ruhr-Universität, die ihre Türen für das kulturelle Großereignis geöffnet hatte. „Es waren unheimlich viele Menschen auf dem Campus, die außerhalb der Extraschicht nicht kommen würden“, freute sich Rektor Elmar Weiler.

Zu Besuchermagneten wurden wieder das Welterbe Zeche Zollverein in Essen und die Bochumer Jahrhunderthalle. Rund um die zu einem außergewöhnlichen Festspielhaus umgebaute ehemalige Bochumer Gaskraftzentrale hatten die Besucher die Wahl zwischen hochkarätigen Konzerten des Klavier Festivals Ruhr und der atemberaubenden Artistik-Show der Gruppe „Urbanatix“. Für ihre Reise durch die Nacht standen den Extraschicht-Besuchern das Nahverkehrsnetz des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr sowie 170 Busse und speziell eingerichtete Schiffs- und Fahrrad-Shuttle-Services zur Verfügung.

Zeitgleich fand die Nacht der Industriekultur in diesem Jahr auch im polnischen Oberschlesien und im ukrainischen Donbass statt. In Oberschlesien feierten über 45 000 Besucher an 36 Spielorten in 22 Städten, in Donbass in der Ukraine wurden 10 000 Teilnehmer an fünf Spielorten gezählt. Für das kommenden Jahr wird bereits über eine Europäische Nacht der Industriekultur nachgedacht. Interesse sei bereits aus Norwegen, Tschechien und Frankreich angemeldet worden, so die Veranstalter. Mit dem 6. Juli 2013 steht auch der Termin für die 13. Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet bereits fest.

Quelle: wa.de

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