Das Tier ist jetzt tot

Giftspinne in Werdohl: Neue Details zur Jagd auf die Schwarze Witwe

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Die Schwarze Witwe wurde in dieser Saftflasche in Gewahrsam genommen und übernachtete beim Chef der Feuerwehr. Auf diesem Foto ist deutlich der rote Fleck in Form einer Sanduhr erkennbar, der sie von anderen Spinnenarten unterscheidet.

Werdohl - Die Spinne, die am Donnerstag aus einer Holzkiste auf das Firmengelände der Vossloh AG krabbelte, war wohl tatsächlich eine gefährliche Giftspinne, eine so genannte Südliche Schwarze Witwe. Jetzt gibt es neue Details zu der aufsehenerregenden Spinnenjagd in Werdohl.

Das Tier ist mittlerweile tot, obwohl sie am Donnerstagabend sehr aufwändig von der Werdohler Feuerwehr geborgen wurde.

Alles begann mit einem Handyfoto. Mitarbeiter der Firma Vossloh hatten vor einer Halle nahe der Werkseinfahrt eine Holzkiste aus der Stadt Pueblo im amerikanischen Bundesstaat Colorado geöffnet. Neben den erwarteten Bauteilen fanden sie auch ein auffällig erscheinende Spinne.

Entgegen der zu erwartenden Reaktion, das leblose und nur etwa 12 Millimeter große Tier beiseite zu wischen, fotografierte ein Mitarbeiter die schwarze Spinne mit der roten Zeichnung. Offensichtlich durch diese Aufmerksamkeit wiederbelebt, brachte sich die Spinne zu Fuß in Sicherheit und verschwand zwischen Randsteinen und Kiesbett.

Eine Mitarbeiterin von Vossloh verständigte das Ordnungsamt. Feuerwehrchef Kai Tebrün wurde aufgefordert, etwas zu unternehmen. Tebrün war überrascht: „Wir haben doch keine Einsatzmittel, um eine Spinne einzufangen.“ Mittlerweile war die Kreisleitstelle in Lüdenscheid eingeschaltet worden. Dienstgruppenleiter Frank Sebening bekam das Handyfoto von der Spinne zu Gesicht.

Die Spinne lag neben der Holzkiste, bevor sie sich berappelte und in das Kiesbett lief.

Der Mann erkannte eine mögliche Gefahrenlage und schickte die Werdohler Feuerwehr zu Vossloh, die Männer sollten erst einmal die Einsatzstelle absperren. Während der Löschzug Stadtmitte mit Wehrleiter Tebrün das Absperrband bewachte, griff Dienstgruppenleiter Sebening zum Telefon. Örtliche Schädlingsbekämpfer zeigten sich überfragt. Die Flughafenfeuerwehr Frankfurt war ebenfalls nicht orientiert, verwies aber an den Kölner Zoo. 

Feuerwehrleute suchten in dem Kiesbett und neben den Randsteinen nach der Spinne.

Dr. Alexander Sliwa ist dort ein Experte für seltene Tierarten und er stellte anhand der Fotos fest, dass es sich tatsächlich um eine Schwarze Witwe handeln müsse. Bei dieser Spinnenart aus den südlichen Bundesstaaten der USA sind die Weibchen giftig, wenn auch nicht tödlich für Menschen.

Erst die zweite Spinne war die richtige

Mit dieser Einschätzung ging die Werdohler Feuerwehr ans Werk und lähmte die Spinne durch den Einsatz von zwei CO2-Löschgeräten. Danach wurde mutig mit Schraubenziehern und Kabelbindern zwischen den Steinen gesucht. Tebrün: „Tatsächlich haben wir eine kleine, aber braune Spinne herausgepult. Das Tierchen war allerdings nur eine tote Sauerländer Urspinne.“ Der Einsatz war schon fast aufgegeben, da förderte ein Kamerad tatsächlich noch eine zweite, dieses Mal schwarze Spinne zutage. „Wir waren etwas enttäuscht“, so Tebrün, „weil wir uns ein größeres Tier vorgestellt hatten.“

Die Spinne wurde in einen Gummihandschuh und später in eine 0,2-Liter-Orangensaftflasche bugsiert. Tebrün nahm die Flasche mit der Spinne darin nach Hause zur Übernachtung. Und schwört: „Nach einiger Zeit hatte sie sich wieder bewegt.“ Freitagabend sei sie allerdings leblos gewesen, als sie von einer ehrenamtlichen Tierfreundin von Werdohl nach Menden zur Expertise gebracht wurde. Dort sei die Tierleiche schließlich final entsorgt worden. - Volker Heyn

Quelle: wa.de

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