Spediteur-Ehepaar als Brandstifter angeklagt

MÜNSTER - Eine Serie von nächtlichen Lkw-Bränden machte im Frühjahr 2013 die Spediteure im Münsterland nervös. Später stellte sich heraus: Ein Unternehmer selbst soll die Feuer gelegt haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Um die teuren Leasingraten zu sparen, soll ein Spediteur-Ehepaar aus Lengerich im Kreis Steinfurt mindestens sechs eigene Laster angezündet haben. Seit Montag müssen sich der 45-jährige Mann und seine 55 Jahre alte Frau vor dem Landgericht Münster verantworten. Ebenfalls angeklagt sind zwei frühere Angestellte ihrer Speditionsunternehmen.

Die Männer sollen bei den Brandstiftungen im Frühjahr 2013 geholfen und im Gegenzug pro Fall je 500 Euro "Schweigegeld" kassiert haben. Neben den Lkw-Bränden müssen sich die Angeklagten auch wegen mehrerer Auto- und Lkw-Diebstähle sowie Betrügereien verantworten.

Gleich nach der Verlesung der Anklageschrift ging der 45-jährige Hauptangeklagte in die Offensive. "Ich werde ein volles Geständnis ablegen", sagte der Unternehmer, der sich seit seiner Festnahme im August in Untersuchungshaft befindet.

In mehreren Briefen aus der Haft soll der Spediteur zuletzt auch seine Frau eindringlich zu einem Geständnis aufgefordert haben. Diesen Appell wiederholte er nun auch vor Gericht. "Sie sollte sich eingestehen, dass Fehler gemacht worden sind", sagte der Angeklagte. "Das ist der einzige Weg, wenn man irgendwann mal wieder in den Spiegel schauen will."

Zur sichtlichen Verärgerung des 45-Jährigen will seine nicht inhaftierte Frau davon jedoch nichts wissen. "Meine Mandantin bestreitet, von den Straftaten gewusst zu haben", so ihr Verteidiger.

Neben den Brandstiftungen sollen die Angeklagten auch in eine Serie von Betrugstaten zu Lasten ausländischer LKW-Fahrer verwickelt sein. Zusammen mit einem derzeit nicht angeklagten Komplizen sollen sie nachts gezielt ausländische Sattelzüge auf der Autobahn 30 angehalten und unter einem Vorwand kontrolliert haben.

Laut Anklage zerstörten sie dabei mutwillig wichtige Teile der Laster, um die Fahrzeuge später abschleppen und reparieren zu können. Die Kosten dafür stellten sie angeblich den Fahrern in Rechnung. - dpa

Quelle: wa.de

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