Weniger Hausaufgaben, Lehrstoff und Unterricht

SPD für Verbesserungen beim "Turbo-Abitur" G8

Oberhausen - Wie viele Jahre bis zum Abitur? In NRW stehen die Zeichen auf G8. Schüler sollen aber weniger Hausaufgaben, Lehrstoff und Unterricht am Nachmittag bekommen.

Die SPD in Nordrhein-Westfalen dringt auf Verbesserungen beim "Turbo-Abitur" nach zwölf Jahren. Der SPD-Parteirat habe sich in Oberhausen einstimmig für eine wirksame Entlastung der gymnasialen Schulzeit ausgesprochen, teilte der SPD-Landesverband am Samstag mit. Die vor einem Monat ergangenen Empfehlungen des Runden Tisches zur Schulzeitverkürzung seien dazu geeignete Maßnahmen. Am Sonntag steht das Thema auch beim Landesparteirat der Grünen in Mülheim auf der Tagesordnung.

Vor einem Monat hatte sich ein Runder Tisch mit Interessenvertretern aus Schulen, Politik und weiteren gesellschaftlichen Bereichen mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, in Nordrhein-Westfalen nicht zum neunjährigen Gymnasium (G9) zurückzukehren. Das Gremium hatte aber auch Veränderungen für das G8 empfohlen, unter anderem die Begrenzung von Hausaufgaben sowie weniger Nachmittagsunterricht und Lehrstoff. Die Initiatorin, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), versprach verbindliche Verbesserungen. Zwei Initiativen wollen aber weiter für 13 Jahre Schulzeit bis zum Abitur kämpfen.

In dem Leitantrag an den Grünen-Parteirat am Sonntag räumt der kleine Regierungspartner ein: "Ja, wir Grünen haben die Schulzeitverkürzung so nicht gewollt." Inzwischen hätten viele Gymnasien das Modell aber mit Leben gefüllt und den Unterricht kreativ entwickelt. "Das würde durch eine Rolle rückwärts komplett infrage gestellt." Eine Rückkehr zu G9 wäre erneut eine enorme Umstellung für die Gymnasien und würde wertvolle Zeit für gute Schulentwicklung blockieren, argumentieren die Grünen.

Die Parteisitzungen sind nur ein Zwischenschritt auf dem Reformweg. Löhrmann möchte möglichst vor Weihnachten einen Grundsatzbeschluss des Landtags zur Verbesserung des achtjährigen Gymnasiums. Im nächsten Jahr will die Ministerin dann mit neuen Erlassen und Verordnungen für verbindliche Reformschritte sorgen.

dpa

Quelle: wa.de

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