Spargel wohl erst nach Ostern auf dem Teller

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MÜNSTER - Während die Sonne im vergangenen Jahr den Spargel frühzeitig sprießen ließ, geht die Saison dieses Mal wohl erst nach Ostern los. Wer schon an den Feiertagen von dem Edelgemüse essen will, muss beim Spargelbauern mit Feldheizung einkaufen.

Das Osterfest wird wohl noch ohne heimischen Spargel auskommen müssen: Wegen zu kalter Böden ziert sich das Edelgemüse noch. "Wir rechnen erst in der Woche nach Ostern mit den ersten größeren Erntemengen", sagte Ralf Große Dankbar, Spargelanbauberater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Damit ist es unwahrscheinlich, dass die Saison für die mehr als 400 Spargelbetriebe so früh beginnt wie im vergangenen Jahr. Aufgrund des warmen Frühlings spross der Spargel 2014 schon Ende März kräftig.

"Es ist immer auch ein bisschen ein Blick in die Glaskugel", räumt der Spargelexperte ein. Zu abhängig sei man von Temperaturen. Damit der Spargel sprießt, braucht es zehn bis zwölf Grad in den Erdwällen.

Wer in diesem Jahr schon jetzt Spargel auf den Tisch bringen will, muss daher auf die moderne Technik setzen: "Der Spargel, den es jetzt mancherorts zu kaufen gibt, stammt von beheizten Feldern", sagte Große Dankbar. Nur eine Handvoll Landwirte habe allerdings die Möglichkeit, über Abwärme etwa von Kraftwerken oder in Tagebaugebieten solche Feldheizungen kleinflächig zu betreiben. Die angebotenen Mengen blieben gering.

Folientunnel werden immer öfter genutzt

Immer verbreiteter sei der Einsatz von Folientunneln, unter denen sich die Wärme des Tages speichern soll. "Das Luftpolster wirkt wie ein Minigewächshaus und kann den Erntebeginn verfrühen", sagte Große Dankbar. Mehr als die Hälfte der Spargelbetriebe setze inzwischen auf Teilflächen auf diese windanfällige, aber wirksame Methode.

Standard sei für die meisten Spargelbauern das Abdecken der Dämme mit schwarzer Folie, die helfen soll, die Sonnenstrahlen zu absorbieren. Dabei handelt es sich um Wendefolien, die bei wärmeren Temperaturen auf ihre weiße Seite gedreht werden können, um die Hitze wegzuspiegeln.

Spargel ist auf nordrhein-westfälischen Feldern das dominierende Gemüse: Laut statistischem Landesamt lag der Anteil des Edelgemüses an der Gesamtanbaufläche für Freilandgemüse 2014 mit gut 3400 Hektar bei 15,5 Prozent. Der meiste Spargel wächst dabei im Regierungsbezirk Münster, ein weiterer Schwerpunkt liegt am Niederrhein. Etwa 17 500 Tonnen Spargel werden jedes Jahr geerntet: Damit stammt jede fünfte deutsche Spargelstange aus NRW. Das Preisniveau lag in der vergangenen Saison laut Landwirtschaftskammer zwischen sieben und neun Euro pro Kilo Erste-Klasse-Spargel.

dpa

Quelle: wa.de

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