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Sonnenblumenöl wird knapp: Erste Restaurants streichen Pommes von der Karte

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Von: Daniel Großert

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Durch den Ukraine-Krieg ist auch in NRW Sonnenblumenöl knapp geworden. Erste Restaurants greifen daher zu drastischen Mitteln: Sie streichen Pommes von der Karte.

Hamm - Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs spüren auch die Menschen in Nordrhein-Westfalen jeden Tag. Die Preise für Benzin und Diesel sind enorm gestiegen, in Supermärkten und Discountern prägen vielerorts leere Regale das Bild. Doch die Knappheit von Sonnenblumenöl und Co. trifft nicht nur Privatkunden: Erste Restaurants müssen deshalb nun Pommes von der Speisekarte nehmen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf.

Sonnenblumenöl wird knapp: Erste Restaurants streichen Pommes von der Karte

Die Ukraine war vor dem Angriff Russlands für Deutschland der wichtigste Lieferant für Sonnenblumenöl. Weil in Folge des Kriegs Produzenten wegfallen, fehlen entsprechend große Mengen. Das wenige noch verfügbare Speiseöl ist entsprechend begehrt und wird immer teurer. Das veranlasst ein bekanntes Restaurant in Köln nun zu einem drastischen Schritt.

Das „Gaffel am Dom“ nimmt ab Freitag, 1. April, Pommes Frites komplett von der Speisekarte, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. „Das ist kein Aprilscherz. Uns ist das Lachen vergangen“, zitiert die Zeitung Geschäftsführer Erwin Ott. Die Lieferanten könnten nicht mehr genug Speiseöl liefern, weshalb man sich zu diesem Schritt entschlossen habe.

Speiseöl-Knappheit: Werden Pommes bald teurer?

Statt der beliebten Pommes werden ab sofort andere Beilagen wie Bratkartoffeln, Reis oder Spätzle zu Burgern, Schnitzel und Co. gereicht. Und zur Currywurst - mit etwa 1000 Bestellungen pro Monat einer der Renner im „Gaffel am Dom“ - gibt es zukünftig nur ein Röggelchen, weil den Verantwortlichen dort keine Alternative zu Pommes eingefallen sei.

Ein Imbissbuden-Besitzer bereitet eine Portion Pommes Frites zu.
Weil Sonnenblumenöl knapp wird, streichen erste Restaurants Pommes Frites von der Speisekarte. Wo es noch welche gibt, könnten sie teurer werden. © Ina Fassbender/dpa

Bis zu 150 Kilogramm Rapsöl benötigt das Brauhaus in Köln - pro Woche. Diese Menge sei aber aktuell nicht zu bekommen, wie Geschäftsführer Ott dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte: „Wenn wir 100 Kilo bestellen, kriegen wir vielleicht zehn. Und wer weiß, wie lange dieser Zustand anhält.“ Wegen der Lieferengpässe habe das „Gaffel am Dom“ auch beim Salatdressing von Essig-Öl auf Joghurt umgestellt. Zwar gibt es Alternativen für Sonnenblumenöl, doch nicht jede eignet sich für alle Zwecke - und auch andere Öle sind aktuell knapp und teuer.

Andere Restaurants in NRW bieten trotz der Speiseöl-Knappheit weiterhin Pommes Frites an. Doch die frittierten Kartoffel-Stäbchen könnten für Kunden bald teurer werden. Denn Gastronomen zahlen bereits bis zu 50 Prozent mehr für ihr Sonnenblumenöl, wie der WDR berichtet. Und diese Mehrkosten könnten an die Verbraucher weitergegeben werden. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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