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Hohe Corona-Zahlen in NRW-Großstadt - Sorge vor Anstieg durch Flutkatastrophe

In einer Großstadt in NRW steigen die Corona-Zahlen deutlich an. Die Flutkatastrophe gilt als erhöhtes Infektionsrisiko. Auch in anderen Kommunen bereitet das Sorgen.

Solingen - Die Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen steigen. In manchen Regionen ist der Anstieg sehr gering, vor allem in Großstädten fällt er allerdings deutlich größer aus. So auch in Solingen. Die Stadt hat wieder den Inzidenzwert von 50 durchbrochen. Aus dem Rathaus heißt es, dass unter anderem die Flutkatastrophe einen Teil zum steigenden Infektionsrisiko beitrage. (News zum Coronavirus)

StadtSolingen
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner159.193

Hohe Corona-Zahlen in NRW-Großstadt - Sorge vor Anstieg durch Flutkatastrophe

In Nordrhein-Westfalen kämpfen viele Kommunen aktuell mit den Folgen des heftigen Hochwassers der vergangenen Tage. Corona wurde zur Nebensache. Die Menschen bangten um ihr Leben, Existenzen wurden innerhalb von Minuten zunichte gemacht. Die Anteilnahme ist bundesweit sehr groß, ebenso wie die Hilfsbereitschaft. Die Menschen packen an und räumen gemeinsam die zerstörten Städte wieder auf.

Dass Corona-Regeln dabei außer Acht gelassen werden, liegt auf der Hand. Helfer tragen keinen Mundschutz, weil schwere Aufräumarbeiten damit kaum zu leisten sind. Beim Ausräumen von Kellern und Wohnungen kommen sich die Menschen unweigerlich nahe. Die Betroffenen haben aktuell einfach andere Sorgen.

Doch in den stark vom Hochwasser getroffenen Kommunen wächst dadurch die Sorge vor einem Anstieg der Corona-Zahlen, so wie in Solingen. Die Großstadt wurde von Fluten der Wupper und des Eschbachs heimgesucht. Der Ortsteil Unterburg verwandelte sich in ein Trümmerfeld.

Solingen: Corona-Zahlen steigen - Sorge vor weiteren Ansteckungen durch Flutkatastrophe

Die Stadtverwaltung teilte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit: „Im Rahmen der Rettungs- und der Aufräumarbeiten in den vergangenen Tagen konnten die Corona-Regeln nicht mehr eingehalten werden.“ Es werde befürchtet, dass mit der Flutkatastrophe weitere Ansteckungen einhergehen.

Dabei könnten auch Evakuierungen eine Rolle spielen. In Solingen seien rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden, etwa 200 Betroffene habe die Stadt in Notunterkünften und Hotels einquartiert. Die meisten hätten diese wieder verlassen. Auch die NRW-Landesregierung sieht die Unterbringung in Notunterkünften als erhöhtes Ansteckungsrisiko. Als Reaktion darauf sollen die betroffenen Gebiete zusätzliche Impfkontingente zur Verfügung gestellt bekommen.

„Die Menschen in den Katastrophengebieten haben derzeit ganz sicher andere Sorgen als das Coronavirus, das verstehe ich. Wenn sich die Menschen nun aber insbesondere in den Notunterkünften gegenseitig anstecken, belastet das die angespannten Strukturen vor Ort zusätzlich“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Daher geben wir so viel Impfstoff wie gebraucht wird in diese Regionen.“

Hohe Corona-Zahlen in Solingen: Spontane Feier ohne Regeln - mobiles Testteam in Unterburg

Gewiss ist die Flutkatastrophe in Solingen aktuell aber nicht der Hauptgrund für die steigenden Corona-Zahlen. Der deutliche Wiederanstieg stehe sehr klar im Zusammenhang mit einer spontanen Feier, bei der rund 1000 Fußball-Fans das Finale der Fußball-Europameisterschaft feierten, hieß es. Masken und Abstand habe es nicht gegeben. Mehrere Teilnehmer hätten sich danach mit Corona-Symptomen gemeldet.

Während die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Solingen noch laufen, möchte die Stadt zusätzliche Testmöglichkeiten schaffen. So können sich Anwohner und Helfer im Stadtteil Unterburg von einem mobilen Team testen lassen. Solingen wird ab Freitag (23. Juli) wieder in die Inzidenzstufe 1 und ab Sonntag (25. Juli) in die Inzidenzstufe 2 eingestuft. Ab Stufe 2 (bis zu einem stabilen Wert von 50) müssen zusätzlich etwa in einigen Bereichen Negativtests vorgelegt werden. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Gianni Gattus/dpa/TNN

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