Soester Sven Sladek neuer Chef der NRW-Piraten

Sven Sladek aus Soest ist neuer Chef der NRW-Piraten.

[UPDATE 16.53 Uhr] DORTMUND - Freakig und spaßig: Auch beim dritten NRW-Parteitag in diesem Jahr pflegen die Piraten dieses Image. Trotzdem muss sich die junge Partei einigen Problemen widmen, die von ungeordneten Finanzen bis störrischer Technik reichen.

Es hat so einiges bei den nordrhein-westfälischen Piraten nicht funktioniert. "Kann die Technik mal bitte" - das war die häufigste Frage zu Beginn des Parteitags am Samstag in Dortmund. Ausgefallene Mikrofone und nicht funktionierende Bildtechnik mussten ausgerechnet bei der Partei repariert werden, deren Mitglieder als "Techniknerds" und "Internetfreaks" angesehen werden.

Neuer Chef der Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen ist Sven Sladek aus Soest. Der 41-Jährige erhielt am Samstag beim Landesparteitag in Dortmund 274 von 483 Stimmen und damit schwache 56,7 Prozent. Der Software-Fachmann setzte sich im ersten Wahlgang gegen sechs weitere Kandidaten durch. „Diplomatisch zu sein - das ist meine Superkraft“, sagte Sladek, der sich in kurzen Hosen und T-Shirt vorstellte. Er übernimmt den Parteivorsitz von Michele Marsching, der seit Mai als Abgeordeter im Landtag sitzt und nur 119 Stimmen erhielt.

Schatzmeisterin Nadine Krämer wurde auf Empfehlung der Rechnungsprüfer nicht entlastet. Den Prüfern hatten keine Unterlagen vorgelegen. Die Finanzen sollen spätestens bis Ende Dezember geordnet werden, kündigte Generalsekretär Carsten Trojahn an. Der Parteitag sollte am Sonntag fortgesetzt werden. Dabei soll über fünf weitere Vorstands-Posten entschieden werden. „Die Piraten in NRW bleiben eine Hülle ohne Inhalt“, stellte der FDP-Generalsekretär in NRW Marco Buschmann in einer Mitteilung fest. Statt inhaltlicher Debatten prägten Personalquerelen und Selbstbeschäftigung den Parteitag. 33 der Antragsvorhaben auf dem Parteitag hätten sich ausschließlich mit internen Formalia befasst. Bei nur 13 Anträgen sei es um Inhalte gegangen.

"Wir sind anders" sagte Sven Sladek. Dieses "Anders-sein" kultivieren die Piraten längst, denn auch beim dritten Parteitag in diesem Jahr hüpften einige der knapp 490 anwesenden NRW-Piraten in das bunte Bällebad unter einem Sonnenschirm. Mit dem Motto "Harmonie und yeah" lockte nebenan die "AG Flausch" - mit diesem Begriff wird liebevolle Zuneigung bei Twitter ausgedrückt.

Trotz basisdemokratischer Diskussion über das Abstimmungsverfahren und die Größe des neuen Vorstands, war der Tagesordnungspunkt "Wahl des Landesvorstands" schon nach zwei Stunden erreicht. "Haut rein und wählt gute Leute", erklärte der Versammlungsleiter. Neben Sven Sladek als neuen Kapitän der NRW-Piraten müssen fünf weitere Positionen im Vorstand besetzt werden.

Im Licht der Bildschirme von Notebooks und Tablets saßen die Mitglieder im abgedunkelten Saal des Dietrich-Keuning-Hauses. Oft leuchteten Websiten der Partei oder von Twitter auf. Den Dienst für kurze Meldungen nutzt die Piratenpartei nach eigenen Angaben als "Flurfunk". So überrascht es nicht, dass auch die Technik um Hilfe bitten musste: Gesucht wurden Mehrfachsteckdosen, um die Akkus wiederaufzuladen. Denn der Parteitag wird am Sonntag fortgesetzt.

Quelle: wa.de

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