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Feuerwerk ab heute zu haben - Worauf zu achten ist

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RATINGEN - An Silvester werden es die Deutschen wieder richtig krachen lassen. Das neue Jahr begrüßen sie mit klassischen Raketen und aufwendigen Batteriefeuerwerken. Die Behörden warnen vor illegalen Böllern. Ab Montag darf das Feuerwerk verkauft werden.

Zischende Raketen, knisternde Sternenpracht und dröhnende Kanonenschläge: Silvester wird wieder bunt und laut. Wenn die Deutschen es genauso krachen lassen wie im vergangenen Jahr, werden sie Feuerwerk für rund 124 Millionen Euro in den Himmel schießen. "Voraussetzung ist, dass es nicht regnet", sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen. Viele Menschen machten es vom Wetter abhängig, ob sie böllern oder nicht. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern in den Geschäften beginnt am Montag und dauert bis Silvester.

Die Hersteller setzen seit einigen Jahren besonders auf sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke. Sie tragen Namen wie "Death Valley", "Tiger Head" oder "Big Bully". Einmal angezündet, fackeln sie eine halbe Minute oder länger ein Feuerwerk mit unterschiedlichen Knall-, Knister- und Leuchteffekten ab. "Das ist schön bequem, man hat viel Spaß und wenig Arbeit", sagt Gotzen.

Industrie will auch Frauen erreichen

Allerdings haben die Boxen auch ihren Preis: Schon für kleine Versionen muss man locker 20,30 Euro hinlegen. Die relativ einfache Handhabung der Batterien soll - so hofft die Industrie - auch mehr Frauen zum Kauf von Feuerwerk animieren. Doch die Hauptkunden seien weiterhin unangefochten Männer zwischen 18 und 35 Jahren, räumt Gotzen ein.

Batterien machen zwar inzwischen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche aus, doch die klassische Raketen sind beliebt wie eh und je. "Die Rakete ist für viele Menschen immer noch das Symbol für Silvester schlechthin", sagt Gotzen.

Bei den Farben haben die Hersteller im Laufe der Zeit zwar alles ausprobiert, doch am beliebtesten bleiben Gold, Silber, Grün, Blau, Rot und Violett. Bei den Soundeffekten gibt es noch Spielraum für neue Varianten. "Wir haben jetzt zum Beispiel Bombetten mit Geräuschdüsen, die wie Wolfsgeheul klingen oder wie ein Geisterschrei", sagt Oliver Gerstmeier, Sprecher des Marktführers Weco aus Eitorf (Rhein-Sieg-Kreis).

Großteil wird in China produziert

Weco hat nach Angaben von Gerstmeier in diesem Jahr rund 25 Millionen Silvesterraketen an seinen drei deutschen Standorten produziert. Hinzu kommen 20 Millionen Böller, 40 Millionen Wunderkerzen und 300.000 Batterien. Doch wie die anderen Feuerwerksunternehmen lässt auch Weco den Großteil der Artikel wegen der niedrigeren Kosten in China herstellen.

Illegale Importe von Feuerwerk machen den Behörden immer wieder Sorgen, weil sie nicht den deutschen Sicherheitsvorschriften entsprechen und beim Abbrennen zu schweren Verletzungen führen können. Im vergangenen Dezember zum Beispiel zogen Zollbeamte bei Krefeld einen Kleinwagen mit einer hochexplosiven Ladung aus dem Verkehr: Zwei junge Männer hatten 100 Kilo illegale Böller und Raketen aus Belgien mitgebracht.

In den Wochen vor Silvester stoßen Beamte bei Kontrollen häufig auf Pyrotechnik, die in Deutschland nicht zugelassen ist, wie Alwin Bogan, Sprecher des Hauptzollamts Krefeld, sagt. Denn im Ausland seien die Böller oft nicht nur billiger, sondern auch die Handelsvorschriften seien lockerer. So dürften Feuerwerksartikel in Belgien deutlich mehr Schwarzpulver enthalten als hierzulande. "Da gibt es mehr Peng pro Böller", erklärt Bogan. Die meisten illegalen Böller kämen aus Polen oder Russland nach Deutschland.

Dubiose Anbieter möglichst meiden

Verbraucher sollten Feuerwerk in Supermärkten, Drogerien oder Baumärkten kaufen, und nicht bei dubiosen Anbietern oder auf Flohmärkten, rät der Verband der pyrotechnischen Industrie VPI. Zudem sollten Kunden darauf achten, dass auf den Artikeln eine CE- oder BAM-Zulassungsnummer aufgedruckt ist. - dpa

Quelle: wa.de

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