Der Siegeszug des FDP-Hoffnungsträgers geht weiter

GÜTERSLOH - Vor knapp fünf Monaten sagte Christian Lindner "Auf Wiedersehen". Jetzt ist er nicht nur Spitzenkandidat sondern auch Vorsitzender der FDP in NRW. FDP-Urgestein Genscher adelte den 33-Jährigen mit dem Titel "Hoffnungsträger der FDP".

Von Matthias Benirschke

Hans-Dietrich Genscher sprach aus, was alle dachten: "Christian Lindner ist Hoffnungsträger der liberalen Partei in Deutschland." Lindner bringe die FDP nach vorne, sagte der 85-Jährige am Sonntag bei seiner ersten öffentlichen Rede nach seiner Herzoperation. Lindner habe Charakter bewiesen, als er in Berlin gegangen sei und Mut, als er Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen wurde.

Lindner hatte im Dezember vergangenen Jahres nach nicht einmal 100 Tagen seinen Rücktritt als FDP-Generalsekretär in Berlin verkündet. Als er März seinen Hut in den Düsseldorfer Ring warf, war die FDP am Boden. Mehr oder weniger versehentlich in Neuwahlen gestolpert, in Umfragen bei zwei Prozent, eine Partei am Abgrund.

Das war das Bild vor sieben Wochen. Jetzt, eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am nächsten Sonntag, liegen die Liberalen stabil bei sechs Prozent. Knapp 400 Delegierte applaudierten am Sonntag in Gütersloh frenetisch den Auftritten von Lindner und Genscher, als hätte es nie eine Krise gegeben.

99, 8 Prozent bei der Wahl zum Spitzenkandidaten, nun wählten ihn die Delegierten mit 97,8 Prozent zum Landesvorsitzenden. Es dürfte das beste Wahlergebnis aller Zeiten eines FDP-Vorsitzenden in NRW sein, so genau weiß das die Partei selbst nicht.

Als Lindners Vorgänger Daniel Bahr vor anderthalb Jahren gewählt wurde, verkündete er, die Zeit der hängenden Köpfe sei vorbei. Jetzt war es Lindner, der diese Ankündigung umsetzte.

Zu Putschgerüchten gegen FDP-Bundeschef Philipp Rösler wollte sich am Sonntag in Gütersloh keiner äußern. Die Entscheidung für Lindners Spitzenkandidatur war schon ohne Rösler gefallen. Am Sonntag waren viele FDP-Prominente anwesend, neben Genscher auch Klaus Kinkel und Guido Westerwelle, nicht aber Rösler.

Als Lindner seinen Job als Generalsekretär hinwarf, sagte er schlicht: "Auf Wiedersehen." Nun ist er wieder da. Wenn er die FDP am nächsten Sonntag wieder in den Landtag von Düsseldorf führt, wird er endgültig zum Schwergewicht der von Krisen geschüttelten Partei. - lnw

Quelle: wa.de

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