Die Sicherheitsschleusen in den Gerichten

Per Röntgenscanner werden Gegenstände, die Besucher ins Gericht mitnehmen möchten, sichtbar gemacht. ▪

Wer in Nordrhein-Westfalen ein Gerichtsgebäude betreten will, muss durch eine so genannte Sicherheitsschleuse. Dort werden die Besucher ähnlich wie an Flughäfen kontrolliert. Seit gut fünf Jahren verfügt auch das Hammer Landesarbeitsgericht über eine solche Anlage.

Für Knut Runge (46), erster Regierungshauptwachtmeister, eine deutliche Erleichterung seiner Arbeit. „Auch für die eigene Sicherheit“, sagt er. Während Runge hinter schusssicherem Glas sitzt, werden die Besucher auf Herz und Nieren geprüft. Über eine Lautsprecheranlage tritt er mit ihnen in Kontakt.

Jacke, Tasche sowie Geldbörse, Schlüsselbund und Mobiltelefone müssen auf ein Förderband gelegt werden. Mit einem Röntgenscanner werden die Gegenstände durchleuchtet. Auf einem Bildschirm kann Runge erkennen, was die Besucher im Gepäck haben. „Metallische Gegenstände werden blau, organische Dinge wie zum Beispiel Leder orange dargestellt“, so Runge. Wo andere nur ein Farben-Wirrwarr sehen, erkennt er Kugelsschreiber, Kleingeld, Bonbons, Mobiltelefon, Schlüssel und Lippenstift.

Parallel müssen die Besucher durch einen Metalldetektorbogen gehen – und zwar so lange, bis es nicht mehr piept. Runge und seine Kollegen haben da leichtes Spiel. Ein seitliches Lichtsignal zeigt an, in welcher Höhe sich der metallische Gegenstand befindet, was das Auffinden erleichtert. Wer Dinge bei sich trägt, die im Gerichtssaal nicht zugelassen sind, bekommt eines der Schließfächer in der Sicherheitsschleuse zugewiesen. Und das kommt täglich mehrmals vor. Denn auch Schweizer Taschenmesser und Nagelscheren dürfen nicht mit in das Gebäude genommen werden. „Bei uns sind viele Prozessbeteiligte Handwerker, die häufig Cuttermesser, Schraubenzieher und anderes Werkzeug mitbringen“, sagt Runge. „Auch das wandert in die Schließfächer.“ In Einzelfällen hat Runge aber auch schon Buschmesser und andere Waffen aufgespürt.

Zu brenzligen Situationen ist es im Landesarbeitsgericht bislang nicht gekommen. „Die Akzeptanz für die Kontrollen ist groß“, sagt Runge. „Und sie dürfte es nach den Vorfällen in Dachau auch weiter bleiben.“ - Sandra Oelschläger

Quelle: wa.de

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