Sibirische Kältefront: In NRW bleibt es bis Mitte kommender Woche eisig

ESSEN - NRW wird zur Kühlkammer. Bisher kein Problem für Straße und Schiene, sagen die Experten. Doch Mensch und Tier brauchen warmen Tee und eine gute Heizung - wenn es sich nicht gerade um Eisbären handelt.

Kalt, kälter, Kahler Asten: Mit minus 14 Grad war der zweithöchste Berg Nordrhein-Westfalens in der Nacht zum Mittwoch der kälteste Ort des Landes. Auch im weiteren Sieger- und Sauerland sackte die Temperatur auf bis zu minus 13 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch in Essen mitteilte. In den nächsten Tagen erwarten die Experten weiter fallende Temperaturen bei eisigem Wind, sonnig bleibt es nur noch bis Donnerstag. Am Freitag bringt die sibirische Kältefront einzelne Schneeschauer mit sich und es wird wolkiger. Ein Ende der Kälteperiode sei erst Mitte nächster Woche in Sicht, sagte ein Sprecher.

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Für den Straßen- und Bahnverkehr bringt der Frost keine besonderen Herausforderungen. Bis auf einige wenige ausgefallene S-Bahnen auf der Linie S 6 lief am Mittwoch alles störungsfrei, sagte Bahn NRW-Sprecher Jürgen Kugelmann. Weichen froren nicht ein, die Weichenheizungen funktionierten. Probleme drohten vor allem bei heftigen Schneefällen mit Schneeverwehungen, so der Sprecher. Die seien aber nicht angesagt. Ähnlich die Lage auf den Straßen: "Wir haben kein Problem mit starkem Frost", sagte Straßen.NRW-Sprecher Bernd Löchter. "Es ist ja trocken." Löchter rät Autofahrern allerdings, eine Decke in den Kofferraum zu legen - falls sie mal eine Panne haben.

Wohnungslosenverbände baten am Mittwoch die Sicherheitsdienste und Wachleute, großzügig mit Obdachlosen umzugehen. "Bei dieser Kälte appelliere ich an die Wachdienste, die Wohnungslosen nicht gleich rauszuwerfen und dafür Menschlichkeit walten zu lassen", sagte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe (BAGW), Thomas Specht, der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich erinnerte er die Kommunen an ihre gesetzliche Pflicht, rechtzeitig Notunterkünfte in ausreichender Zahl bereitzustellen. Rund 22 000 Menschen leben in Deutschland nach Schätzungen auf der Straße.

Den Eisbären im Gelsenkirchener Zoo machen die Minus-Temperaturen einer Sprecherin zufolge überhaupt nichts aus: Sie spielen mit dem Eis und brechen es neugierig auseinander - anders als die Schimpansen, die im warmen Affenhaus mit Hustensaft und Tee vor Schnupfen geschützt werden müssen. Auch im Tierpark Bochum wurden für viele Tiere Heizkörper und Infrarotstrahler aufgestellt, um sie zu schützen.

Wer trotz aller Vorkehrungen friert, kann sich an der Statistik erwärmen, die Spitzenwerte für NRW ausweist: Im bundesweiten Januar-Vergleich liegen nämlich der wärmste und der drittwärmste Ort in NRW. Es sind die Messstationen in Köln-Stammheim mit 4,9 und Geilenkirchen mit 4,8 Grad. - lnw

Quelle: wa.de

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