Auf Seniorin eingestochen - Angeklagter schweigt zu Mordvorwürfen

MÜNSTER - Erst war es nur ein Einbruch, dann floss Blut: Vier Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 71-jährigen Seniorin aus Hörstel im Kreis Steinfurt hat der Mordprozess gegen einen ehemaligen Nachbarn des Opfers begonnen.

Laut Anklage hat der heute 25-Jährige am 21. August 2009 fünfmal auf die Frau eingestochen. Die schwer gehbehinderte Seniorin starb fünf Monate später im Krankenhaus. Zum Auftakt des Prozesses am Landgericht Münster wollte sich der 25-Jährige am Donnerstag nicht zu den Vorwürfen äußern.

Laut Anklage war der Mann am frühen Morgen des Tattages durch die unverschlossene Terrassentür in die Wohnung der Seniorin gelangt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er einen Einbruch geplant hatte und dabei überrascht wurde. Kurz darauf soll der 25-Jährige mit einem Messer zugestochen und dabei unter anderem den Dünndarm getroffen haben. Die 71-Jährige soll bis zu ihrem Tod im Januar 2010 nicht mehr aus dem Koma erwacht sein.

Eine DNA-Spur an der Terrassentür hatte die Ermittler schließlich auf die Spur des Angeklagten gebracht. Nach seiner Festnahme Anfang des Jahres hatte der 25-Jährige jedoch behauptet, dass er nur der Tippgeber für den Einbruch gewesen sei. Gleichzeitig beschuldigte er einen anderen Mann der Tat. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass dies nur eine Schutzbehauptung war. Die Anklage lautet deshalb nicht nur auf Mord, sondern auch auf falsche Verdächtigung.

Die schwer verletzte Seniorin hatte nach der Bluttat noch einen Notruf abgesetzt, der an einem der nächsten Prozesstage abgespielt werden soll. Der Angeklagte will sich vor Gericht nur zu seinem Lebenslauf äußern. Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst Ende Oktober zu rechnen. - lnw

Quelle: wa.de

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