Dortmund: Seniorin mit Kissen erstickt - Lebenslange Haft

DORTMUND - Vor drei Jahren starb in Dortmund eine 84-jährige Seniorin. Nichts deutete auf ein Gewaltverbrechen hin. Das hat sich geändert. Eine 54 Jahre alte Frau wurde jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt.

Drei Jahre nach dem plötzlichen Tod einer Dortmunder Seniorin ist eine 54-jährige Mutter am Donnerstag wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter am Dortmunder Schwurgericht gehen davon aus, dass die Angeklagte ihr 84-jähriges Opfer am 11. März 2011 mit einem Kissen erstickt und anschließend die EC-Karte der Rentnerin geraubt hat.

Lange Zeit hatte nichts auf ein Gewaltverbrechen hingedeutet. Auch der zuständige Arzt hatte auf dem Totenschein eine natürliche Todesursache vermerkt. Erst als sich eine Nichte der Angeklagten Ende 2013 an die Polizei wandte, kamen die Ermittlungen ins Rollen. Inzwischen sind die Richter überzeugt, dass die 54-Jährige die Seniorin auf der Straße angesprochen, ihre Hilfe angeboten und die alte Dame anschließend nach Hause begleitet hat. Dort soll sie die 84-Jährige qualvoll erstickt haben.

Fest steht, dass von dem Konto der Seniorion damals mehrere tausend Euro abgehoben worden sind. Diesen Vorwurf hat die 54-Jährige im Prozess gestanden. Den Richtern erklärte sie dazu allerdings, dass sie die EC-Karte der Rentnerin auf der Straße gefunden habe - samt Geheimnummer. Da sie damals spielsüchtig gewesen sei und große Geldprobleme gehabt habe, habe sie die Gelegenheit genutzt und sich am Konto der Seniorin vergriffen. Angetan habe sie ihr aber nichts.

Für die 54-Jährige ist es bereits die zweite Verurteilung innerhalb weniger Monate. Gegen die Dortmunderin waren nach einem anderen Überfall auf eine Seniorin bereits vier Jahre Haft verhängt worden. Auch dieses Opfer war nach der Tat im Alter von 90 Jahren gestorben. Für Oberstaatsanwalt Michael Füllkrug ist die Angeklagte damit zumindest moralisch gesehen sogar eine Doppelmörderin. "Wer sich an den Schwächsten in unserer Gesellschaft vergreift, der handelt in besonderem Maße verwerflich" sagte der Ankläger in seinem Plädoyer.

Neben der lebenslangen Haftstrafe haben die Richter auch auf die besondere Schuldschwere erkannt. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit laut Urteil ausgeschlossen. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare