Seminar bereitet Häftlinge auf Umgang mit Geld vor

HEINSBERG ▪ Nach der Haft kommen oft die Gläubiger: Viele junge Strafgefangene stehen beim Schritt in die Freiheit vor einem Schuldenberg. Nach Angaben des Jugendgefängnisses Heinsberg haben etwa 70 Prozent der jungen Häftlinge in Nordrhein-Westfalen Schulden.

Unbezahlte Handyrechnungen, Anwalts- und Prozesskosten oder Zinsforderungen für überzogene Dispokredite türmten sich nicht selten zu Schulden in fünfstelliger Höhe auf. Wer Glück habe und einen Job bekomme, drohe ihn nach dem ersten Pfändungsbescheid wieder zu verlieren. In einem Pilotprojekt schult die JVA daher die Insassen im Umgang mit Geld. In Zusammenarbeit mit Schuldnerberatung und einer Bank leitet die JVA die Jugendlichen in Seminaren an, ihre finanzielle Situation zu überschauen.

Noch beim Haftantritt laufen viele in die Schuldenfalle. Die Miete läuft weiter, weil die Wohnung nicht gekündigt wird, genauso wenig wie die Rundfunkgebühren. „Ganz normale Dinge des Alltags beherrschen die nicht“, sagte der stellvertretende Anstaltsleiter Willi Kroh. In der Haft kommen dann auch noch Schadenersatzforderungen. Wenn der Lohn dann gepfändet werde, verliere der Jugendliche schnell die Lust und frage sich: „Warum soll ich denn noch arbeiten?“ Ohne Arbeit steige aber das Rückfallrisiko. ▪ dpa

Quelle: wa.de

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