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NRW-Schulen mit Problemen: Lehrermangel, Corona, Ganztag-Garantie - kein Geld?

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Von: Alexander Schäfer

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Corona, Lehrermangel, Offener Ganztag: Schulen in NRW haben viele Probleme. Bekommt Ministerin Dorothee Feller genug Geld, diese zu lösen? Die Opposition ist alarmiert.

Düsseldorf – Die Liste der Aufgaben für NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) ist lang: Lehrermangel und Lehrerbesoldung, Integration ukrainischer Flüchtlinge, Ausbau Offener Ganztag und Corona sind die größten Herausforderungen für die Schulen in NRW. Die Frage, ob die Ministerin dafür ausreichend finanzielle Mittel bekommen wird, blieb im Schulausschuss des Landtags unbeantwortet. Die Opposition ist alarmiert.

PolitikerinDorothee Feller
ParteiCDU
Geboren6. Mai 1966 in Dorsten

Als „sehr gering bis null“ hatte Finanzminister Marcus Optendrenk am Anfang der Woche den Handlungsspielraum für neue Dinge bemessen, die der schwarz-grünen Landesregierung wichtig seien. Als Ursachen verwies er auf die Kofinanzierung des von der Bundesregierung geplanten dritten Entlastungspakets und dessen Maßnahmen.

Schulen in NRW: Problem Lehrermangel

Was bedeutet das für die 10.000 neuen Stellen, die CDU und Grüne an den Schulen schaffen wollen? Dazu sagte Feller am Mittwoch (14. September) konkret nichts. Mehr Studienplätze sind das Ziel, Gespräche dazu laufen. Kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Personalgewinnung würden derzeit in einer Arbeitsgruppe erarbeitet und dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Die FDP-Fraktion forderte für mehr Lehrer eine Strategie und unkonventionelle Wege. Ihr Sprecher Andreas Pinkwart verwies darauf, dass die angekündigten zusätzlichen 10.000 Stellen angesichts steigender Schülerzahlen mutmaßlich nicht reichen werden.

Schulen in NRW: Problem Lehrerbesoldung

Was bedeuten die mauen Finanzaussichten für die von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) versprochene Anpassung der Lehrerbesoldung an A13? Man sei im Gespräch mit dem Finanzministerium, sagte Dorothee Feller. Diese Verhandlungen müssten abgewartet werden. „Ich hoffe, dass die CDU-Schulministerin sich in dieser Frage beim CDU-Finanzminister durchsetzen kann“, merkte der SPD-Oppositionspolitiker Jochen Ott süffisant an. Die Lehrergehälter dürften nicht erst 2026/27 angeglichen werden, sondern kurzfristig. Die SPD vermisste einen Fahrplan. Feller versicherte, das Thema sei eine Herzensangelegenheit.

Dorothee Feller CDU
NRW-Schulministerin Dorothee Feller steht vor großen Herausforderungen. © Malte Ossowski/Sven Simon/Imago

Schulen in NRW: Problem Offener Ganztag

Verhandlungen laufen momentan auch zwischen Bund und Land wegen des Rechtsanspruchs auf einen Offenen Ganztagsplatz ab 2026. Der NRW-Städtetag schätzt den Bedarf an neuen OGS-Plätzen auf 260.000. „Für die Kommunen wird das eine riesengroße Herausforderung. Allein schon baulich“, sagte Feller. Aber auch hier geht es natürlich ums liebe Geld. „Schulfinanzierung ist ein Riesenbrett“, fasste die Ministerin das Problem zusammen.

Schulen in NRW: Problem Schüler aus der Ukraine

Eine Herausforderung für das Schulsystem stellt zudem die Integration schulpflichtiger Flüchtlinge aus der Ukraine dar. Laut Feller konnten bislang mehr als 34.000 Kinder und Jugendliche zusätzlich an Schulen untergebracht werden. Rund 3.000 stehen noch auf einer Warteliste. Um hier zu Lösungen zu kommen, dürfen Schulen nun auch andere Räumlichkeiten außerhalb der Schule nutzen oder Angebote am Nachmittag machen.

Schulen in NRW: Problem Corona

Auch hier geht es ums Geld. NRW hofft auf die Verlängerung des Corona-Aufholprogramms für Kinder und Jugendliche über dieses Jahr hinaus. Für das Bund-Länder-Programm, mit dem Schülerinnen und Schüler pandemiebedingte Lernrückstände aufholen sollen, stehen in NRW rund 430 Millionen Euro bereit. Feller forderte, das Programm bis Mitte 2024 zu verlängern und hierzu weitere 500 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

In den Schulen in NRW könnte es wegen der extrem gestiegenen Heizkosten im Winter kalt werden, zumal wegen Corona weiterhin gelüftet werden soll. Eltern fürchten eiskalte Klassenräume. Deshalb bringen sie eine neue Maßnahme ins Spiel: „Kältefrei“.

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