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Corona: Zieht NRW die Weihnachtsferien vor? Das ist der Plan

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Von: Lisa Krispin

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2020 wurden die Weihnachtsferien in NRW vorgezogen. Der Grund damals: Corona. Nun ist die Lage noch ernster, was plant das Schulministerium?

Düsseldorf – „Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, warnte Lothar Wieler kürzlich in einer Online-Diskussionsrunde. Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) malte ein düsteres Bild für die Corona-Lage in Deutschland*. Im vergangenen Jahr wurden die Schulen in NRW aufgrund der angespannten Situation früher geschlossen. Könnte das im Dezember wieder eine Option sein? RUHR24* hat nachgefragt.

BundeslandNRW
MinisteriumSchulministerium
SitzDüsseldorf

Vorgezogene Weihnachtsferien an den Schulen in NRW im Corona-Jahr 2020 – und jetzt?

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte sich im vergangenen Winter mit der Entscheidung, die Weihnachtsferien in Nordrhein-Westfalen* vorzuziehen, nicht bei jedem beliebt gemacht. Unter anderem Oppositionsführer Thomas Kutschaty (SPD) sprach damals von einer unlogischen „Verzweiflungstat“. Am Ende hieß es jedoch: Keine Präsenzpflicht und der letzte Schultag wurde bereits knapp eine Woche vor Heiligabend eingeläutet.

Hintergrund war damals der Vorschlag des Virologen Christian Drosten, sich vor dem Weihnachtsfest einige Tage freiwillig in eine „Vorquarantäne“ zu begeben. Ziel war es, so das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus* zu minimieren. Das NRW-Schulministerium erklärte dazu, dass das nur funktioniere, wenn die Kinder auch aus der Schule bleiben würden.

Ein Jahr später wollen einige Bundesländer diesen Weg erneut einschlagen. Am Dienstag (23. November) verkündete Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), dass die Weihnachtsferien in dem Bundesland im Nordosten von Deutschland drei Tage früher als geplant starten werden. „Damit haben Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler volle 14 Tage Erholung und die Kontakte vor Weihnachten können mit einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf reduziert werden“, so ihre Begründung im Gespräch mit der Bild-Zeitung.

Weihnachtsferien 2021 in NRW: Andere Bundesländer machen die Schulen früher dicht

Und Brandenburg steht mit dieser Entscheidung nicht alleine da. Auch in Sachsen-Anhalt werden die Weihnachtsferien für Schülerinnen und Schüler vorgezogen. Der letzte Schultag soll bereits der 17. Dezember und nicht der 21. Dezember sein (weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Beide Bundesländer liegen bei den Zahlen der Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche allerdings auch sehr weit vorne. Brandenburg hat mit einer Inzidenz von 655,7 die drittmeisten Fälle unter allen Bundesländern. Sachsen-Anhalt belegt mit einem Wert von 633,2 Platz fünf (Stand 25. November).

Vorgezogene Weihnachtsferien in NRW? Das plant das Schulministerium

Im Vergleich dazu steht NRW mit einer aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 262,2 (Stand 25. November) noch ganz gut da. Allerdings sind die Werte im bevölkerungsreichsten Bundesland zuletzt massiv angestiegen. Am Donnerstag haben die Gesundheitsämter dem RKI fast 10.000 Neuinfizierte gemeldet. Am Vortag hatte die Inzidenz noch bei knapp 250 gelegen (249,7).

Obwohl den aktuellen Zahlen zufolge in der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen die Neuinfektionen deutlich zunehmen, herrscht seit Anfang November an den Schulen in NRW keine Maskenpflicht mehr*.

Und das Thema Weihnachtsferien? Hier sieht das Land trotz der Corona-Lage zunächst keinen Handlungsbedarf. Auf Nachfrage von RUHR24 hieß es dazu aus dem Schulministerium: „Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Vorziehen der Weihnachtsferien ist in Nordrhein-Westfalen nicht geplant.“

Weihnachtsferien 2021 in NRW starten planmäßig – Gebauer: Schule ist ein „sicherer Ort“

Gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger hatte sich Gebauer zu dem Thema Präsenzunterricht im vergangenen Jahr noch wie folgt geäußert: „Ich verweigere mich keinen Modellen. Ich bin offen für alle Unterrichtsmodelle, die dem Wohl der Kinder und dem Bildungsauftrag dienen“. Zuletzt beschrieb die Schulministerin die Schulen in NRW allerdings als einen „sicheren Ort“ – an dem es keinen „übermäßigen Anstieg des Infektionsgeschehens“ gebe.

Die Realität sieht wie folgt aus: In der Ruhrgebiets-Stadt Essen liegt der Wert in der Altersklasse fünf bis 14 Jahre bei 503,7 (Stand 24. November). Im Vergleich zum 28. Oktober (160,2) ist die Inzidenz damit deutlich angestiegen. Auch in Dortmund zeigt sich bei den unter 14-Jährigen die höchste Inzidenz mit 638,4. Ende Oktober lag sie bei 247,8.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)
Vor dem Hintergrund der Corona-Lage in NRW beschreibt Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Schulen als einen sicheren Ort. © Marcel Kusch/DPA

Letzter Schultag in NRW ist kurz vor Weihnachten – Heiligabend fällt auf einen Freitag

Trotzdem werden die Schülerinnen und Schüler in NRW aller Voraussicht nach bis kurz vor Weihnachten in den Klassenzimmern sitzen. Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Freitag (24. Dezember), der letzte Schultag ist planmäßig der 23. Dezember (Donnerstag).

Selbst in Sachsen – mit einer Inzidenz von über 1000 der absolute Corona-Hotspot in Deutschland – steht ein Vorziehen der Weihnachtsferien offenbar nicht zur Debatte. Die Verlängerung der Weihnachtsferien habe 2020 „nichts gebracht. Außer verärgerten Eltern, die aus beruflichen Gründen Probleme mit der Betreuung ihrer Kinder hatten“, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gegenüber der Bild. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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