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Giftiger Schmetterling in NRW: Tödliche Gefahr für Kinder - worauf Sie achten sollten

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Wunderschön, aber gefährlich: Bei einem Schmetterling, der auch in NRW vorkommt, sollte man vorsichtig sein. Die Tiere tragen ein tödliches Gift in sich.  

Hamm - Das Esparsetten-Widderchen ist wunderschön: hell umrandete rote Flecken auf dem einen glänzend schwarzen Vorderflügel. In der Natur ist die kontrastreiche Färbung des Schmetterlings eine eindeutige Warnung an seine Feinde: Vorsicht, ich bin giftig. Allerdings sollten auch Menschen in Nordrhein-Westfalen auf der Hut sein, denn der Falter trägt ein tödliches Gift in sich. Es gilt: anschauen, aber nicht anfassen!

NameEsparsetten-Widderchen oder Krainer Widderchen (Zygaena carniolica)
KlasseInsekten (Insecta)
OrdnungSchmetterlinge (Lepidoptera)
VorkommenSüd- und Mitteleuropa

Giftiger Schmetterling in NRW: Tödliche Gefahr für Kinder - worauf sie achten müssen

Das Esparsetten-Widderchen, auch Krainer Widderchen oder im Volksmund Blutströpfchen genannt, wurde 2018 in Deutschland und Österreich zum Insekt des Jahres gewählt. Das Verbreitungsgebiet des gefährlichen Falters erstreckt sich von Südfrankreich, Sizilien, dem Balkan bis ins iranische Elbrusgebierge. Auch in Deutschland und Belarus ist der Schmetterling beheimatet. In NRW, Rheinland-Pfalz und Sachsen steht er aber als „gefährdet“ oder „stark gefährdet“ auf der Roten Liste bedrohter Tierarten.

Auch wenn der Schmetterling in NRW nicht mehr allzu häufig vorkommt, ist er besonders für Kinder gefährlich. Und das nicht nur bei den ausgewachsenen Schmetterlingen, sondern schon im Raupenstadium. Die Raupen sind blassgrün oder gelblich gefärbt, ausgewachsen rund 2,5 bis 2,7 Zentimeter lang. Kein erwachsener Mensch würde Schmetterling oder Raupen freiwillig verzehren, doch wenn Kinder die Tiere in den Mund stecken, kann es lebensgefährlich werden.

Giftiger Schmetterling in NRW: Drei gefährliche Pflanzengifte

Raupen und Falter produzieren die gefährliche Blausäure, erklärt der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland auf seiner Homepage. Weiter heißt es dort: „Man sollte sie also nicht berühren und Kinder davor bewahren, die giftigen Raupen in den Mund zu nehmen.“ Die gefährlichen Pflanzengifte nehmen die Tiere hauptsächlich mit dem Hornklee auf, um sich vor Fressfeinden zu schützen und Parasitenbefall vorzubeugen. Darüber hinaus enthalten die Esparsetten-Widderchen Acethylcholin und Histamin. Wirkstoffe, die für ein gesteigertes Schmerzempfinden sorgen. Eine leichte Berührung der Falter und Raupen stellt im Gegensatz zur Goldraupe keine Gefahr für den Menschen dar.

Hochgefährlich werden Esparsetten-Widderchen und ihre Raupen im Falle eines Verschluckens, berichtet echo24.de. Denn: Bereits 70 Milligramm einer verschluckten Blausäure-Substanz können zum Tod führen. Laut MedLexi.de gilt: „Teilweise wird eine tödliche Wirkung ab einer Aufnahme von 1 bis 2 mg Blausäure je Kilo Körpergewicht angenommen.“ Die Vergiftung erfolge demnach durch Zyanwasserstoff, der die Zellatmung blockiere und damit ein „inneres Ersticken“ herbeiführe. Und weiter: „Bei weniger starken Konzentrationen von Blausäure kann eine schnelle Behandlung mit Cyanid bindenden oder Cyanid abbauenden Substanzen das Leben retten.“ 

Das Krainer Widderchen war das Insekt des Jahres 2008. Der Schmetterling fällt mit einer Flügelspannweite von vier Zentimetern und der schwarzen Färbung sofort auf.
Das Krainer Widderchen war das Insekt des Jahres 2008. Der Schmetterling fällt mit einer Flügelspannweite von vier Zentimetern und der schwarzen Färbung sofort auf. © Thomas Keil/dpa

Giftiger Schmetterling in NRW: Flugzeit von Juni bis August, Raupen schon früher aktiv

Wacholderheiden, warme Kalk-Magerrasen, südlich exponierte Hanglagen, sonnige Steinbrüche und Kiesgruben sowie Bahndämme sind lauft natur-in-nrw.de bevorzugte Lebensräume von Faltern und Raupen. In NRW lebt die Raupe des Esparsetten-Widderchens jedoch nicht an der hier kaum vorkommenden Esparsette, sondern fast ausschließlich am Hufeisenklee. Das Vorkommen der Tiere ist also an Standorte gekoppelt, an denen auch der Hufeisenklee wächst.

„Die Flugzeit ist von Juni bis Ende August. In diesen Monaten ist das Esparsetten-Widderchen im Bergland weiter Teile Europas zu finden“, erklärt Magnus J.K. Wessel, Leiter der Naturschutzpolitik und -koordination beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Raupen sind nach der Winterruhe bereits von April bis Mai aktiv.

Dass es in Deutschland weitere giftige Tiere wie die Kreuzotter gibt, ist kein Geheimnis – doch viel gefährlicher sind ganz andere Tiere, die aufgrund ihres harmlosen Aussehens unterschätzt werden - das sind die zwölf gefährlichsten Tiere Deutschlands.

Die Stadt Hamm geht jetzt gegen den giftigen Eichenprozessionsspinner vor, der jedes Jahr aufs Neue die Bäume in der Stadt belagert. Die Stadt hat ein Versuchsprojekt gestartet. *echo24.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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