Schloss Drachenburg strahlt in neuem Glanz

BONN ▪ 16 Jahre lang wurde das Schloss Drachenburg restauriert und saniert. Nun ist es wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.

Was Schloss Drachenburg mit dem Suez-Kanal verbindet? Der Bonner Gastwirtssohn Stephan Sarter. Denn der investierte seinerzeit als Börsenmakler in Aktien des Kanals, wurde steinreich und als Baron Stephan von Sarter in den Adelsstand erhoben. So gerüstet legte er 1882 den Grundstein zum Schloss Drachenburg, im Hang des Drachenfels – eine Mischung aus Villa, Burg und Schloss, die heute als Ikone der Rheinromantik gilt. Gelebt hat von Sarter dort übrigens nie.

Nach wechselvoller Geschichte erwarb die NRW-Stiftung 1989 das Schloss. Nach einem ausführlichen Gutachten wurde fast 16 Jahre gebaut und saniert. Jetzt ist Schloss Drachenburg so märchenhaft schön wie damals.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, der noch amtierende NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), erhielt am Samstag den symbolischen Schlüssel zum Schloss.

Der Junggeselle von Sarter starb 1902 in seiner Wahlheimat Paris. Seinen Nachlass hatte er nicht geregelt. Schloss Drachenburg kam unter den Hammer und wurde von Jakob Biesenbach, einem Neffen von Sarters ersteigert. Anstelle des mittelalterlichen Burghofes errichtete er einen Hotelbetrieb. Insgesamt elf Besitzer hatte die Schlossanlage, die mal repräsentativer Wohnsitz war, mal Frauengenesungsheim, Eisenbahner-Ausbildungsstätte, Internat von Klosterbrüdern – und eine Schule.

Zwischen 1960 und 1970 stand Schloss Drachenburg leer und verfiel mehr und mehr. Der Abriss war fast beschlossene Sache, als der Privatmann Paul Spinat das Anwesen kaufte und rettete – teilweise mit recht eigenwilligen Mitteln: Im Park baute Spinat ein säulenumstandenes Schwimmbecken und den Musiksaal stattete er mit einer Orgelattrappe und integriertem Tonbandgerät aus. Er fühlte sich offensichtlich wohl. Denn er wohnte bis zu seinem Tod 1989 in seinem Schloss. ▪ dpa

Quelle: wa.de

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