Schleusenbetrieb geht weiter - Dutzende Schiffe warten noch

DUISBURG/VOERDE - Es gilt wieder freie Fahrt auf den Kanälen in NRW. Nach dem mehrtägigen Streik hoffen die Schleusenwärter auf eine Tariflösung. Manche Schiffer zeigen ihren Frust. Am Sonntag warteten noch Dutzende Schiffe auf Weiterfahrt.

Nach mehrtägigem Streik arbeiten die Schleusenwärter in Nordrhein-Westfalen seit Samstag wieder. Mehr als 100 Schiffe mussten eine Zwangspause einlegen. Am Sonntag warteten noch Dutzende Schiffe im Ruhrgebiet auf Weiterfahrt. An dem Ausstand hatten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 450 Beschäftigte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) beteiligt. Es war bereits der vierte Streik in NRW seit Anfang Juli.

Die Binnenschifffahrt beklagt einen Millionenschaden. Vor Gericht waren Klagen von Schifffahrtsunternehmen gegen die Streiks gescheitert. Mit den Arbeitsniederlegungen protestieren die Beschäftigten gegen eine geplante Umstrukturierung der oft dezentral arbeitenden WSV.

Der Schiffsstau sorgte für Frust, den auch Beschäftigte der Schleuse in Voerde-Friedrichsfeld am Wesel-Datteln-Kanal abbekamen. "Manche Schiffer waren total sauer, weil sie durch den Stillstand Geld verlieren. Das verstehen wir, aber es gab nun einmal zum Streik keine Alternative, um unsere Interessen durchzusetzen", sagte ein Mitarbeiter der Hebestelle am Samstag auf Anfrage der dpa. Andere Kapitäne hätten verständnisvoll reagiert.

Vor der Schleuse, die ein wichtiges Verbindungsstück zwischen Rhein und Ruhrgebiet ist, lagen am Sonntag noch 35 Schiffe. "Montag, Dienstag haben wir wieder Normalbetrieb", meinte ein Mitarbeiter. Um die 20 Frachter fahren durchschnittlich pro Tag hindurch.

In der vergangenen Woche war es zu ersten informellen Gesprächen zwischen Verdi-Chef Frank Bsirske und dem Bundesverkehrsministerium gekommen. Laut Verdi sollten die Gespräche am Montag weitergehen. "Ich kann noch gar nichts Verbindliches sagen, aber wir sind hoffnungsfroh, weil zumindest wieder auf Spitzenebene kommuniziert wird. Das war ja lange nicht der Fall", sagte Verdi-Landesfachbereichsleiter Michael Kötzing.

Durch die geplante Umstrukturierung sind nach Gewerkschaftsangaben 3000 der bundesweit 12 000 Arbeitsplätze in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bedroht. Die Gewerkschaft will mit der Bundesregierung einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abschließen und darin betriebsbedingte Kündigungen und Versetzungen ausschließen. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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