NRW schlägt Abwrackprämie für alte Heizungen vor

[UPDATE 15 Uhr] DÜSSELDORF/BERLIN - Fast drei Millionen "alte Schätzchen" im Heizungskeller - da würde sich die Heizungsbranche über eine Abwrackprämie nach dem Vorbild des Automarktes freuen. Doch auch die war keineswegs unumstritten. Es drohen Preisanstiege, die die Fördergelder fressen.

RW will Abwrackprämie für Heizungen - Verbraucherschützer skeptisch Fast drei Millionen "alte Schätzchen" im Heizungskeller - da würde sich die Heizungsbranche über eine Abwrackprämie nach dem Vorbild des Automarktes freuen. Doch auch die war keineswegs unumstritten. Es drohen Preisanstiege, die die Fördergelder fressen.

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung schlägt angesichts steigender Energiekosten eine Abwrackprämie für alte Heizungen vor. "Die Konjunktur läuft nicht an allen Stellen rund. Sollte es zu einem Stützungsprogramm kommen, wäre eine Abwrackprämie für alte Heizungen ideal", sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) der "Rheinischen Post" (Montag). Die Verbraucherzentrale NRW zeigte sich wenig begeistert und wies auf die Gefahr verdeckter Preisanstiege hin.

Bundesweit sind fast drei Millionen Heizungen mehr als 20 Jahre alt und gelten als austauschbedürftig. Vielfach sind ältere Heizungen auch überdimensioniert und verbrauchen schon deshalb mehr Energie als notwendig. Eine solche Initiative müsste NRW über den Bundesrat starten.

NRW-Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) unterstützt den Vorstoß seines NRW-Kabinettskollegen. Zur Gegenfinanzierung schlagen beide vor, den von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossenen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen wieder zu streichen. Auch Umweltverbände fordern solche Programme, um gerade einkommensschwachen Haushalten beim Energiesparen zu helfen.

Der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, sagte dagegen, der Sanierungsstau in den Heizungskellern sei unbestritten, aber eine Abwrackprämie könne nicht das alleinige Instrument sein. Viel wichtiger seien individuelle Sanierungsfahrpläne für die Wohngebäude. Vielfach lasse sich mit einem Fensteraustausch oder die Kellerdeckendämmung mehr sparen als mit "Abwrack-Aktionismus bei den Heizungen", sagte Sieverding der Nachrichtenagentur dpa.

"Verlässliche Fördermittel bewirken im Handwerk und Industrie nachhaltigere Effekte als Abwrackprämien, die auch zu verdeckten Preisanstiegen führen können", sagte Sieverding. - lnw

Quelle: wa.de

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