Doppel-Mord in Geseke "keine emotionale Tat"

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Polizeifahrzeuge sperren am Dienstag (24.08.2010) in Geseke (Nordrhein-Westfalen) eine Straße ab. Bei einer Schießerei auf offener Straße in Geseke sind zwei Menschen getötet worden.

Geseke/Soest - Nach dem Doppel-Mord in Geseke tappen die Ermittler weiter im Dunkeln. Eine Verbindung zum Drogenmileu konnten Mordkommission und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag nicht bestätigen. Die Bild-Zeitung hatte entsprechende Spekulationen verbreitet.

Am Dienstag waren zwei Männer in einem Wohngebiet auf offener Straße mit gezielten Kopfschüssen neben einem Auto getötet worden. „Die Spuren sehen nicht nach einer emotionalen Tat aus“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Dietmar Sauerland am Mittwoch in Lippstadt.

Zumindest die Identität der beiden Getöteten ist nun geklärt. Einer sei der 45 Jahre alte Besitzer des Wagens, neben dem die Leichen gefunden wurden, berichtete Sauerland. Der in der Ukraine geborene Mann habe einen deutschen Pass und komme aus dem Raum Lippstadt. Sein Begleiter sei ein 41-Jähriger mit russischem Pass.

Spekulationen, nach denen die Männer Opfer einer Fehde im Drogenmilieu geworden sein könnten, wies der Staatsanwalt zurück. „Wir befinden uns noch am Anfang der Ermittlungen.“ Der 45-Jährige sei zwar wegen Ermittlungen im Drogenmilieu bei der Polizei bekanntgewesen. „Die Ermittlungen gegen ihn wurden aber eingestellt.“

Ohrenzeugen berichteten von fünf Schüssen, die auf die Männer abgegeben wurden. Das wollte Sauerland aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bestätigen. Die Schüsse seien vermutlich mit einer Pistole abgegeben worden. Die Obduktion habe ergeben, dass die Männer an den Kopfschüssen gestorben sind.

Hinweise erhofft sich die Mordkommission von der weiteren Befragung der Anwohner in dem Wohngebiet am Rande des 2000-Einwohner-Dorfes Störmede. Direkte Augenzeugen gibt es offenbar nicht, allerdings hatten viele die Schüsse gehört. Ein Nachbar war zu dem teilweise auf der Fahrbahn stehenden Wagen geeilt und hatte einen der Männer noch in die stabile Seitenlage gebracht. „Er blutete am Kopf und hat noch kurz geröchelt“, sagte der Mann. Beim Eintreffen des Notarztes waren beide Männer tot. Andere Zeugen berichteten von einem blauen Kleinwagen, der mit hohem Tempo aus dem Wohngebiet gefahren sei. Trotz sofortiger Großfahndung gab es aber zunächst noch keine Spur von dem Auto. - dpa

Quelle: wa.de

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