1. come-on.de
  2. Nordrhein-Westfalen

Schafherde durstet ohne Wasser in praller Sonne - Kreis-Veterinär schätzt Lage ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Schröder

Kommentare

Die Feuerwehr eilte herbei und versorgte die Tiere mit Wasser.
Die Feuerwehr eilte herbei und versorgte die Tiere mit Wasser. © Daniel Schröder

Bei diesem Anblick fehlten auch den Einsatzkräften die Worte: Auf einer Schafweide an der Rüthener Landstraße brauchten zahlreiche Schafe am Mittwochnachmittag dringend die Hilfe der Feuerwehr.

Update vom Donnerstag, 4. August, 10 Uhr: Dr. Wilfried Hopp, Chef des Veterinärdienstes beim Kreis Soest, berichtete am Morgen im Gespräch mit unserer Redaktion, dass der Schäfer am Abend zur betroffenen Weide gekommen war. Der Schäfer habe ausgesagt, dass er den Schafen am Mittag Wasser gegeben habe, so der Kreis-Veterinär.

Fakt sei: „Die Tiere hatten vor Ort kein Wasser, standen in der prallen Sonne und hatten hochgradig Durst“, so Dr. Hopp. Der einzige Wasserbehälter stand rund 150 Meter entfernt am Rande einer Wiese - für die Schafe wegen des Weidezauns unerreichbar. Die Polizisten karrten den Behälter herbei und konnten den Tieren die ersten von schätzungsweise 20 Litern Wasser geben. Die Feuerwehr rückte mit dem Tanklöschfahrzeug an und füllte eigens mitgebrachte Behälter mit Wasser.

Durch die Polizei wurde Anzeige gegen den Schäfer erstattet. „Die Anzeige wurde wegen eines Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz aufgenommen“, berichtete Polizeisprecherin Maike Wolf. „Wir werden das auch verfolgen“, betonte Veterinäramts-Chef Hopp.. Die Schafe sollen am Donnerstag nun erst einmal auf eine Weide mit Schatten gebracht werden. Bereits diese Maßnahme wird durch den Kreis Soest kontrolliert.

Weitere Tiere seien nicht gestorben: „Es ist nur dieses eine verendet - wobei, was heißt ‚nur‘? Eines ist schon zu viel!“, erklärte Dr. Wilfried Hopp. Das Schaf habe sich bei der Suche nach Wasser im Weidezaun verfangen, habe durstig versucht, sich frei zu strampeln und sei dabei wohl verdurstet.

Die Verletzungen, die die Tiere aufwiesen, seien nach Erkenntnissen des Veterinärs beim Scheren entstanden. Zwar hätte sich besser um die Verletzungen gekümmert werden sollen, aber: „Insgesamt waren die Schafe gepflegt.“ Erst im vergangenen Jahr hatte das Kreis-Veterinäramt beim betroffenen Schäfer eine Kontrolle aus anderen Gründen durchgeführt, dabei wurden auch Blutproben der Tiere genommen. „Seine Tiere werden nicht vernachlässigt, der Schäfer ist für uns kein Dauerstörer.“

Trotzdem hielt Dr. Hopp fest: „Was da passiert ist, ist natürlich nicht in Ordnung. Bei dem Wetter ohne Wasser - das geht gar nicht.“

Schafe dursten bei Trockenheit auf Weide: Feuerwehr eilt mit Wasser herbei

Warstein-Belecke - Auf einer Schafweide zwischen Warstein-Belecke und Rüthen befanden sich am Mittwoch zahlreiche Schafe in akuter Lebensgefahr - mindestens eines verlor den Kampf gegen den Hitze- und Trockenheits-Tod.

Die Tiere waren ohne Wasser der prallen Sonne und Temperaturen von mehr als 30 Grad ausgesetzt. Ein Autofahrer hatte von der Straße aus ein totes Schaf entdeckt und die Polizei verständigt. Die Streifenwagen-Besatzung zerrte einen rund 150 Meter entfernten Behälter, in dem sich noch ein paar Liter Wasser befanden, auf einem Karren herbei und rief den Löschzug Belecke zur Unterstützung. Ohne die Hilfe der Polizei wären die Schafe nicht an den Wasserbehälter herangekommen - er stand am Rande einer Wiese, weit entfernt hinterm Weidezaun. „Die Tiere hatten kein Wasser, keinen Schatten - Nichts!“, berichtete eine Polizeibeamtin.

Tiere bei Hitze ohne Wasser auf Weide: „Die Schafherde war am Verdursten“

Mit Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Warstein wurden die Tiere versorgt. „Wir haben uns bereits am Feuerwehrhaus abgestimmt und extra zusätzlich Wasserbehälter mitgenommen. Als wir eintrafen, war die Schafherde am Verdursten“, berichtete Markus Klaus vom Löschzug Belecke.

Die geschwächten Schafe nahmen das Wasser dankend an.
Die geschwächten Schafe nahmen das Wasser dankend an. © Daniel Schröder

Für mindestens ein Tier kam jedoch jede Hilfe zu spät: Es lag rücklings auf der Weide - tot. Fast alle Schafe wiesen laut Polizeiangaben zudem Verletzungen auf. Fliegen hatten sich bereits in den Verletzungen der hechelnden Tiere ausgebreitet. Mit weit heraushängenden Zungen machten sie sich über das Wasser der Feuerwehr her.

Ein Veterinär des Kreises Soest sah sich die Situation ebenfalls vor Ort an. Die Hintergründe, warum die Tiere ohne Wasser auf der Weide ihrem Schicksal überlassen worden waren, sind noch unklar – vom Schäfer fehlte zunächst jede Spur.

Auch interessant

Kommentare