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Großalarm nach Ammoniak-Unfall in Halver - 100 Einsatzkräfte

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Die Feuerwehrleute sind in Chemikalienschutzanzügen in dem Betrieb im Einsatz.

Halver - Ammoniak-Alarm in Halver-Langenscheid: In einer Härterei hat es einen Unfall mit etwa 30 Kilogramm des Kühlmittels gegeben. Anwohner sollten Türen und Fenster geschlossen halten - die Warn-App Nina hat inzwischen Entwarnung gemeldet. Das ist passiert.

Offenbar war durch die aktuelle Kälte das Rohr eines Ammoniak-Behälters geplatzt, weshalb der Stoff in Gasform austrat und sich unter der Decke der Halle eines metallverarbeitenden Betriebes sammelte. 

Im Zuge der Alarmierung in der Nacht um kurz nach 3 Uhr wurden die Anwohner über die Warn-App Nina aufgefordert, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Inzwischen gab es eine Entwarnung.

Feuerwehrkräfte - ausgestattet mit Chemikalienschutzanzügen unter Atemschutz - gingen in die Halle des Betriebes, um die Ammoniak-Konzentration zu messen. 

Beißender Geruch warnte Mitarbeiter

Zwei Mitarbeiter des Betriebs sind nach Angaben von Michael Keil, Pressesprecher der Feuerwehr Halver, vorsichtshalber vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht worden, konnten dieses aber wohl schon wieder verlassen. Sie hatten den Austritt des Gases aufgrund dessen stechenden Geruchs bemerkt und sich selbst in Sicherheit gebracht. 

Ammoniak-Alarm in Industriebetrieb in Halver

Die Wehrleute ermittelten laut Keil die Schadstelle und führten mehrere Messreihen durch. Die Halle wurde schließlich quer gelüftet.

Als die Konzentration des Gases unter dem für Arbeitsplätze gültigen Grenzwert lag, übergab die Feuerwehr die Halle wieder an das Unternehmern. Die Aufräumarbeiten der Wehr dauerten noch an.

Großeinsatz mit vielen Beteiligten

Insgesamt waren rund hundert Einsatzkräfte vor Ort - laut Keil die komplette Halveraner Feuerwehr und eine Truppe aus Meinerzhagen, die mit benötigter Messtechnik anrückte. Außerdem leuchtete das THW den Einsatzort aus und das Deutsche Rote Kreuz sorgte für Verpflegung der Kräfte. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab und regelte den Verkehr an der B229 und der Von-Vincke-Straße. Nach Informationen der Kreisleitstelle war beratend auch die Werksfeuerwehr der Firma Hexion im Einsatz.

Sehr zufrieden war Michael Keil damit, dass ein Mitarbeiter der Kreisleitstelle mit Laptop vor Ort war, um alles zu koordinieren. "Er saß mit bei uns in der Einsatzleitung - und das hat sehr gut geklappt." Dass Leitstellenmitarbeiter bei Einsätzen vor Ort sind, sei ein Pilotversuch. Keil verspricht sich davon viel: "Das erleichtert die Arbeit sehr."

Warum ist Ammoniak gefährlich?

Die Warn-App Nina hatte vor Schadstoffen gewarnt, die zu Gesundheitsschäden führen könnten. Anwohner im Ortsteil Eichholz sollten deshalb Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungsanlagen ausschalten. Wie Michael Keil mitteilte, war das eine Vorsichtsmaßnahme. Es sei zu keiner Zeit Gas aus der Halle nach außen gedrungen.

Wie es seitens der Feuerwehr hieß, greife Ammoniak die Atemwege an und könne deshalb gefährlich werden. Allerdings warne der deutlich wahrnehmbare beißende Geruch in aller Regel rechtzeitig. In dem Betrieb wird der Stoff für den Betrieb eines Härter-Ofens benötigt.

Ammoniak in seiner ursprünglichen Form ein farbloses, giftiges Gas, das stechend riecht. In hoher Konzentration kann es zu Verbrennungen von Augen, Nase und Rachen führen. Auch die Lunge kann die Chemikalie angreifen, zu Herzversagen oder Gehirnschäden führen.

In Putzmitteln wird es in sehr geringer Konzentration und stark verdünnt verwendet, etwa in Glas-, Ofen- oder Toilettenreinigern. Dabei ist Ammoniak meist unbedenklich.

Quelle: wa.de

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