Sauerländer Christbaum-Plantagen sollen naturnaher werden

ESLOHE - Der Christbaum-Anbau im Sauerland soll naturnaher werden. 50 Produzenten, die gemeinsam mehr als die Hälfte der Anbau-Fläche bewirtschaften, wollen künftig Grünstreifen an den Kulturen lassen und das Landschaftsbild durch einzelne Laubbäume auflockern.

Außerdem wollen sie auf gesundheitlich fragwürdige Spritzmittel, die wegen des Zusatzstoffes "Tallowamin" als Krebserregend gelten, verzichten. Das teilten die Christbaum-Produzenten am Donnerstag in Eslohe mit. Das Sauerland ist Deutschlands führende Weihnachtsbaumregion. Jeder dritte der mehr jährlich als 22 Millionen in Deutschland aufgestellten Weihnachtsbäume kommt aus dem Sauerland.

Gespritzt werde aber weiterhin, sagte der Sprecher der westfälisch-lippischen Christbaum-Produzenten in NRW, Meinolf Mütherich. Viele der Anbauer wollten beispielsweise Schäden durch späte Nachtfröste verhindern, indem sie ihre Kulturen frei von Gras und Kräutern halten. "Ohne Bewuchs kann der Boden tagsüber Wärme speichern und nachts abgeben", sagte Peter Uehre, der für die Landwirtschaftskammer als Christbaum-Forscher tätig ist.

Im Vorfeld der Selbstverpflichtung hatte es im Sauerland laute öffentliche Kritik von Bürgern an den Anbau-Methoden gegeben. Insbesondere der Bereich um Bestwig ist durch großflächige Monokulturen gekennzeichnet. Teilweise hatten die Produzenten dort bis an die Gärtenzäune einiger Betroffener mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet. Gemeinsam sei nun ein erster Zehn-Punkte-Plan erarbeitet worden, mit dem die Nachbarn und die Landschaft geschützt werden sollen. "Und wir werden auch weiterhin mit den Bürgern im Gespräch bleiben", sagte Mütherich.

Unter anderem hatten die Bürger bemängelt, dass die Christbaum-Erzeuger entweder früh morgens oder spät abends mit Spritzmitteln über die Kulturen fahren. Dies sei aber leicht zu erklären und habe nichts damit zu tun, dass man etwas heimlich tun wolle, sagte Anbauer Josef Mertens aus Eslohe-Landenbeck: "Tagsüber geht das nicht, weil dann zuviel Wind ist und das Spritzmittel nicht optimal auf die Bäume kommt. Morgens und abends ist es windstill."

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare