Neugeborenes in Gummersbach

Säugling in der Babyklappe: Emotionaler Appell an die Mutter

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Symbolbild

In der Babyklappe des Gummersbacher Krankenhauses ist am frühen Dienstagmorgen ein Säugling gefunden worden. Das Kind ist wohlauf. Die Stadt Gummersbach richtet einen emotionalen Appell an die Mutter.

Gummersbach - Es ist das vierte Mal seit Einrichtung der Babyklappe am  Kreiskrankenhaus, dass ein Kind dort abgelegt wird. Der Säugling sei gesund, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Gummersbach. 

Er werde nun zunächst in einer Pflegefamilie untergebracht, zu einem späteren Zeitpunkt sei dann der Wechsel in eine Adoptivfamilie geplant. 

"Vielleicht gemeinsam einen Weg finden"

Dennoch richtet der Leiter des Fachbereichs Jugend, Familie und Soziales, Thomas Hein, einen emotionalen Appell an die Mutter des Neugeborenen: "Wir bitten die Kindsmutter, sich innerhalb der nächsten Tage mit uns in Verbindung zu setzen." Das könne sie auch anonym tun. 

"Gemeinsam kann vielleicht ein Weg gefunden werden, der dem Kind eine Rückkehr in seine Familie bzw. zur Mutter ermöglicht", betont Hein, dass es ihm ein Anliegen sei, über mögliche Hilfestellungen zu beraten. Darüber hinaus geht es aber auch darum, mit der Mutter über deren eigene Gesundheit zu sprechen. 

Persönlicher Kontakt über eine Handynummer

Der Chef des Jugendamts ist für die Frau ansprechbar, die Stadt veröffentlicht eine Handynummer, unter der er persönlich erreichbar ist: 0175-2020655.

Der Stadtsprecher Siegfried Frank betont, dass die Frau nicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müsse. 

Seit 2004 bestehe die Babyklappe am Kreiskrankenhaus, vier Mal wurde sie seit 2014 genutzt. In zwei Fällen, so erinnert sich Frank, sei das Kind schließlich tatsächlich zur Mutter zurückgekehrt. 

Was ist eine Babyklappe?

Eine Babyklappe ist eine Vorrichtung an Krankenhäusern oder Institutionen, die es Müttern ermöglichen soll, ihr Kind sicher und anonym abzulegen.

Hinter einer von außen zugänglichen Klappe steht dazu ein Wärmebett. Wird dort ein Säugling abgelegt, wird umgehend ein Mitarbeiter benachrichtigt, der sich um das Baby kümmert. 

Viele Krankenhäuser bieten auch eine so genannte "vertrauliche Geburt", die es der Frau ermöglichen soll, sicher zu gebären. Sie kann auch dann auf Wunsch anonym bleiben. 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betreibt ein Internetportal, das Fragen von Schwangeren beantwortet. Die Website ist erreichbar unter schwanger-und-viele-fragen.de. Es gibt auch ein Servicetelefon, an das sich Frauen wenden können: 0800-40 40 020.

Quelle: wa.de

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