Ryanair startet künftig auch am Flughafen Münster/Osnabrück

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Ryanair: Künftige Starts von Münster nach Girona und Malaga

GREVEN - Mit Ryanair startet bald erstmals ein Billigflieger im Münsterland. Die Betreiber des Flughafens Münster/Osnabrück erhoffen sich einen neuen Schub. Von einem Strategiewechsel will der Chef des Airports aber nicht sprechen.

Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) holt sich Ryanair ins Angebot. Der irische Billigfluganbieter bietet ab Juni zwei neue Ziele in Spanien an. Jeweils dreimal die Woche geht es nach Girona (Barcelona) und Malaga. Die Pläne stellte Flughafengeschäftsführer Gerd Stöwer am Donnerstag vor.

Der Flughafen Münster Osnabrück ist für die Fluggesellschaft der 13. Standort in Deutschland 

Ryanair will auf den neuen Linien 80 000 Passagiere pro Jahr befördern. Der Flughafen zwischen Münster und Greven wird für Ryanair der 13. Standort in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ist das Unternehmen bisher an den Flughäfen in Köln/Bonn und Weeze vertreten. Neben Münster/Osnabrück wird auch Dortmund (ab März) neu in den Streckenplan aufgenommen.

Zuletzt musste der FMO einen Passagierrückgang von über 20 Prozent hinnehmen. Der Flughafen war unter anderem vom Sparprogramm von Air Berlin betroffen. Diese Woche wurde außerdem die Insolvenz der Bremer Fluglinie OLT Express Germany bekannt - ein weiterer Rückschlag für Münster/Osnabrück, denn das kleine Unternehmen bediente auch den FMO.

Flughafenchef Stöwer bestritt indes, dass Münster/Osnabrück die Strategie hin zu Billiganbietern wechseln wolle. "Wir sprechen jetzt bereits seit zwölf Jahren mit Ryanair. Ich habe immer betont, dass auch eine Low-Cost-Fluglinie bei uns willkommen ist, wenn die Bedingungen stimmen", sagte Stöwer.

Mit Ryanair habe der Flughafen ein eigenes, günstigeres Abfertigungspaket vereinbart. Unter dem Strich werde dies für den Flughafen kostendeckend laufen. "Es ist für uns kein Zuschussgeschäft", sagte Stöwer. Ansonsten sollten für den neuen Partner die gleichen Bedingungen gelten wie auch für die Lufthansa oder Air Berlin. Forderungen nach Nachverhandlungen mit den bisherigen Partnern befürchtet Stöwer nach eigener Aussage nicht.

2012 hatte der Flughafen ein Minus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet, nachdem es 2011 erstmals seit vielen Jahren wieder schwarze Zahlen gab. Durch Ryanair verspricht sich Stöwer eine Verbesserung des Betriebsergebnisses. "Bei zwei neuen Zielen machen wir keine großen Sprünge. Wir erhoffen uns aber mittelfristig, dass wir mit Ryanair weitere Strecken ins Auge fassen können."

Pro Passagier rechnet der Flughafen mit einem zusätzlichen Umsatz von 15 Euro bei Parkgebühren, Gastronomie und Abfertigung. Die bestehende Infrastruktur kann der Flughafen dann besser auslasten.

Doch Hoffnungen in Ryanair gehen nicht immer auf: Der Niederrhein-Flughafen Weeze etwa hat zuletzt fast 400 000 Passagiere verloren, weil Ryanair sein Angebot zusammengestrichen hatte. -dpa/lnw

Quelle: wa.de

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