Die Rückkehr des Luchses - Ansiedlung ein Thema

NIDEGGEN - Sollen Luchse durch gezieltes Aussetzen wieder eine Heimat in Nordrhein-Westfalen finden? Das Thema ist umstritten. Am Samstag wollten Experten in dem Eifelort Nideggen über die Ansiedlung der Wildkatze diskutieren.

"Es ist sinnvoll Tiere auszusetzen, wenn das im richtigen Gebiet passiert und wissenschaftlich begleitet wird", sagte vor der Tagung die Wildbiologin Ingrid Hucht-Ciorga von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung NRW. "Ohne Ansiedlung gäbe es in Mitteleuropa keine Luchse."

Der Luchs war im 17. Jahrhundert in NRW ausgerottet worden. In den letzten Jahren seien vereinzelt Tiere im Sauerland und im Siegerland sowie im Teutoburger Wald gesichtet worden, berichtete Hucht-Ciorga, die alle Sichtungen in NRW zentral erfasst. Aber lokale Initiativen seien der falsche Ansatz für die Tiere, die durch ein Gebiet von bis zu 300 Kilometern Ausdehnung streifen.

Auch aus der Eifel hat es schon Meldungen über Luchse gegeben. Aber trotz der jahrelangen systematischen Erfassung von Zufallsbeobachtungen und Indizien - zum Beispiel Spuren an angefressenen Tieren wie Rehen - gebe es keine gesicherten Zahlen. Der Luchs sei scheu und laufe weite Strecken. "Es ist ein Stochern im Nebel", sagte die Expertin.

Der Naturschutzbund (Nabu) setzt sich seit langem für die Wiederkehr der Raubkatze in NRW ein. Im Grenzgebiet von Frankreich und Rheinland-Pfalz sei bereits ein Ansiedlungsprojekt geplant. Dem solle sich Nordrhein-Westfalen anschließen, sagte Nabu-Fachmann Helmut Brücher. Zwingend sei dafür eine Änderung des Jagdgesetzes. Fallenfang und der Abschuss von Hauskatzen dürften nicht mehr erlaubt sein.

Die Jägerschaft ist strikt gegen das Aussetzen von Tieren, befürwortet aber den natürlichen Zuzug aus anderen Mittelgebirgen. Das letzte große Ansiedlungsprojekt in Deutschland war 2002 im Harz. - lnw

Quelle: wa.de

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