Rückenwind für Modell der Gemeinschaftsschule

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DÜSSELDORF ▪ Die von der rot-grünen Landesregierung geplante neue Schulform Gemeinschaftsschule stößt auf reges Interesse: Mehr als 100 Schulen in NRW prüfen laut Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) zurzeit die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule.

Rückenwind bekommt die Landesregierung außerdem von den Kommunen im ländlichen Raum. Sie überreichten NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) gestern eine Resolution, die von 68 der landesweit 129 NRW-Gemeinden mit weniger als 15 000 Einwohnern unterzeichnet wurde. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Gemeinden Anröchte, Bad Sassendorf, Ense, Möhnesee, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Schalksmühle, Herscheid, Rüthen und Wickede (Ruhr), Wadersloh und Marienheide.

Die Landgemeinden fordern die Landesregierung auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass kleinere Gemeinden auch in Zukunft ein weiterführendes Schulangebot vorhalten können. Gefordert werden „integrierte Schulangebote im Sekundarbereich I“ sowie „erleichterte Kooperationen der Schulsysteme“ auch in „interkommunalen Kooperationen“. „Die Gemeinschaftsschule ist eine Antwort auf diese Herausforderung“, sagte Schulministerin Löhrmann.

Laut VBE-Angaben gibt es in 83 Hauptschulen, 20 Realschulen und 2 Verbundschulen Überlegungen, sich an dem Modellversuch Gemeinschaftsschule zu beteiligen. 45 Hauptschulen und 8 Realschulen seien bereits dabei, ein pädagogisches Konzept für eine Gemeinschaftsschule zu erarbeiten. 32 Hauptschulen und 6 Realschulen hätten gemeldet, dass in der jeweiligen Kommune bereits ein Antrag an das Schulministerium erarbeitet werde. Die ersten Gemeinschaftsschulen sollen zum Schuljahr 2011/2012 starten. Die Gemeinde Ascheberg rechnet in Kürze mit der landesweit ersten Zusage.

Die Landesregierung will die neue Schulform zunächst als Schulversuch ohne Gesetz einführen. Mit der Gemeinschaftsschule will sie auch auf sinkende Schülerzahlen reagieren. Die Zahl der Schüler in den ländlichen Teilen Nordrhein-Westfalens wird in den kommenden zehn Jahren um bis zu 28 Prozent zurückgehen. ▪ dfb

Quelle: wa.de

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