Röttgen soll auch CDU-Bundesvize werden

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Norbert Röttgen ▪

DÜSSELDORF ▪ Von Detlef Burrichter und Martin Teigeler ▪ Einen neuen Landesvorsitzenden hat die CDU gefunden, doch nun gibt es Gerangel um das Führungspersonal, mit dem der neue Chef Norbert Röttgen den Neuanfang nach der verlorenen Landtagswahl im Mai gestalten will.

Für die fünf Stellvertreter-Posten gibt es auch nach der Landesvorstandssitzung gestern Abend noch immer zu viele Bewerber. Drei Ex-Minister aus dem Kabinett Rüttgers wollen sich bewerben – Landtagsfraktionsvorsitzender Karl-Josef Laumann, Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und Fraktionsgeschäftsführer Armin Laschet, der Röttgen in der Mitgliederbefragung unterlegen war. Seinen Hut in den Ring geworfen hat aber auch der Landesvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und Hammer Oberbürgermeister, Thomas Hunsteger-Petermann. Auch JU-Landeschef Sven Volmering und der Recklinghäuser Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen sind noch im Rennen. Macht sechs Bewerber für drei Posten, denn zwei der fünf Stellvertreter sollen Frauen werden. Im Gespräch sind die Bundestagsabgeordneten Ursula Heinen und Michaela Noll.

Diesen Interessenkonflikt muss der neue starke Mann des bundesweit größten CDU-Landesverbandes aber noch nicht selbst lösen. Sollten alle zur Wahl antreten, wird der Landesparteitag am Samstag in Bonn über das endgültige Personaltableau entscheiden.

Unstreitig ist dagegen, dass Röttgen den früheren Landesverkehrsminister Oliver Wittke als neuen Generalsekretär vorschlagen wird. Wittke werde ein „kämpferischer Generalsekretär“ werden, sagte Röttgen. Er kenne den früheren Gelsenkirchener Oberbürgermeister seit Jahrzehnten.

Der bisherige Generalsekretär Andreas Krautscheid verlässt die Landesführung der Christdemokraten. Es werde nun einen Neuanfang mit „neuen Gesichtern“ geben, sagte Krautscheid, der als enger Vertrauter des abgewählten Ministerpräsidenten und scheidenden CDU-Landeschefs Jürgen Rüttgers galt. Krautscheid ließ Medienberichte über seinen angeblich bevorstehenden Wechsel in die Wirtschaft unkommentiert. Er sei aber nicht zurückgetreten, sondern kandidiere in Absprache mit dem designierten Landesvorsitzenden Röttgen nicht wieder als Generalsekretär, sagte Krautscheid. Ob er Landtagsabgeordneter bleibt, ließ er offen.

Der CDU-Landesvorstand nominierte Röttgen gestern Abend auch als Kandidaten für das Amt des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden. Der Bundesumweltminister soll Mitte November zu einem der Stellvertreter von CDU-Chefin Angela Merkel aufrücken.

Quelle: wa.de

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