Hochsicherheitsprozess beginnt

Verfahren gegen Rocker-Chefs von Satudarah

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DUISBURG - Bewaffnete Spezialeinheiten, "Kuttenverbot" rund um das Gericht. In Duisburg sitzen seit Freitag die beiden Ex-Chefs des MC Satudarah vor Gericht.

Es war kurz nach Mitternacht, als im August 2012 eine Handgranate vor dem Clubheim der Duisburger Hells Angels detonierte. Auftraggeber sollen die beiden Ex-Chefs der verfeindeten Rockergruppe MC Satudarah gewesen sein. Am Freitag erreichte der Fall das Duisburger Landgericht. Zum Prozessauftakt haben der frühere Satudarah-Präsident und sein ehemaliger Vize aber erst einmal geschwiegen. Doch das soll sich möglicherweise ändern. Beide hoffen auf einen "Deal".

Der Prozessauftakt wurde von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Vermummte und mit Maschinenpistolen bewaffnete Spezialkräfte brachten die Angeklagten in den Gerichtssaal, auch vor dem Gebäude hatte die Polizei ein Großaufgebot zusammen gezogen. Zudem hatte die Stadt Duisburg ein "Kuttenverbot" verhängt. Keiner der rund 30 erschienenen Satudarah-Anhänger durfte seine Vereinsjacke tragen. Daran wurde sich auch gehalten.

Wie gefährlich die Angeklagten wirklich sind, ist unklar. "Ich kann das nicht ganz beurteilen, aber ich halte meinen Mandanten für nicht gefährlich", sagte Verteidiger Jörg Spiekermann, der im Prozess den ehemaligen Satudarah-Chef vertritt. Dann fügte der Anwalt noch hinzu: "Ich halte ihn für einen netten Rheinhausener Jung."

Sein Mandant hatte die Verlesung der Anklageschrift mit verschränkten Armen verfolgt. Ab und zu blickte er lächelnd ins Publikum und nickte. Sagen wollten die beiden Angeklagten erst einmal nichts. Doch sie hoffen auf eine Verständigung. Das haben ihre Verteidiger signalisiert und sich am Ende des ersten Verhandlungstages mit Richtern und Staatsanwälten zu internen Gesprächen zurückgezogen. Die Ergebnisse sollen am nächsten Prozesstag bekannt gegeben werden.

Laut Anklage waren die ehemaligen Satudarah-Chefs zwischen 2012 und 2013 in massive Drogen- und Waffengeschäfte verstrickt. Im Prozess geht es um den Schmuggel von Kokain und Marihuana im Kilobereich. Außerdem sollen Maschinenpistolen und andere Waffen aus Holland organisiert und zum Teil weiterverkauft worden sein. Einer der Drogenkuriere war bereits in einem früheren Prozess zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Zum Anschlag auf das Clubheim der verfeindeten Hells Angels kam es im August 2012. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Außerdem wurde im Februar 2013 mit einer Maschinenpistole auf einen Kiosk geschossen, der ebenfalls den Hells Angels zugerechnet wird. Auch diese Tat sollen die Angeklagten organisiert haben.

Das Duisburger Landgericht hat für den Prozess zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, kann das Verfahren nach Angaben von Gerichtssprecher Bernhard Kuchler aber auch länger dauern.-dpa

Quelle: wa.de

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