Konferenz in Paderborn

Experten diskutieren über Ziele der Scharia

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Rund 130 Religionsexperten und Studenten diskutieren in Paderborn über die Ziele der Scharia, unter ihnen auch Theologe Prof. Klaus von Stosch.

PADERBORN - Die Scharia gibt Muslimen Leitlinien für Religion und Alltag vor. Über den Weg zur "wahren Scharia" diskutieren von Freitag an 130 Religionsexperten aus aller Welt in Paderborn.

Beim Begriff Scharia denken viele zuerst an Steinigungen und andere grausame Strafen. Dabei sei die Scharia als zentrale Orientierung für Muslime alles andere als ein Rückfall ins Mittelalter, betont der Paderborner Theologe Prof. Klaus von Stosch.

Derartige Strafen würden in Teilen der islamischen Welt erst seit dem 19. Jahrhundert vollstreckt und seien auch nicht so einfach aus dem Koran abzuleiten, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Die Scharia sei kein festgelegter Text, und sie sei nicht mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch vergleichbar, sagte von Stosch. Seit Jahrhunderten gebe es im Islam ein Debatte über die Auslegung. "Darum ist es so wichtig, dass wir die Interpretation des Islams und der Scharia nicht den Terroristen und Extremisten überlassen."

Von diesem Freitag an diskutieren rund 130 Religionsexperten und Studenten in Paderborn über die Ziele der Scharia und wie man diese erkennt. Es sei die größte umfassende Konferenz zur Scharia seit 50 Jahren, sagte von Stosch, Leiter des Zentrums für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) an der Universität Paderborn. - lnw

Quelle: wa.de

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