Razzia gegen Einbrecherbanden im Ruhrgebiet

[UPDATE 15.50 Uhr] BOCHUM - Die Ermittler klopften an Hoteltüren und klingelten hunderte Menschen aus dem Schlaf. Um Einbrecherbanden auf die Schliche zu kommen, suchte die Polizei im Ruhrgebiet bei einer Razzia nach Beweisen.

Mit einer groß angelegten Razzia ist die Polizei am Dienstag auf die Suche nach Einbrecherbanden im Ruhrgebiet gegangen. Im Morgengrauen durchsuchten Polizisten zwei Dutzend Häuser, Wohnungen und Hotels, sagte ein Polizeisprecher in Bochum. Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Rund 250 Ermittler aus Bochum, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Essen, Oberhausen und Recklinghausen nahmen dem NRW-Innenministerium zufolge Gebäude in ihrem Einzugsbereich unter die Lupe. Verdächtige wurden festgenommen, Handys und Autoschlüssel einkassiert.

Hintergrund sind die gestiegenen Einbruchszahlen. "Die Einbrecher kennen keine Grenzen mehr, auch keine Ländergrenzen. Sie reisen herum", sagte der Sprecher. Deshalb sahen sich die Polizisten auch Hotels und Pensionen im Ruhrgebiet genau an.

Wichtig für die Ermittler war, herauszufinden, wie die Einbrecher miteinander vernetzt sind. "Den typischen Einzeltäter gibt es zwar noch", sagte der Polizeisprecher. Immer öfter aber seien ganze Banden am Werk. Nach der Razzia beginne nun die "Puzzlearbeit".

Mit den Behörden in Mettmann, Wesel und im Ennepe-Ruhr-Kreis hatten sich die Ruhrgebietsermittler 2011 extra zum "Auswerteverbund Ruhr" zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen Einbrecher vorgehen zu können. "Die bessere Vernetzung der Polizeibehörden ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie gegen Wohnungseinbrecher", erklärte NRW-Innenminister Ralf Jäger nach der Razzia in Düsseldorf.

Meist hatten die Ermittler die Gebäude lange vorher im Visier gehabt. In Duisburg nahmen hundert Polizisten ein achtstöckiges Hochhaus in Augenschein. Landesweit seien in diesem Jahr 400 Straftaten - darunter Einbrüche - begangen worden, in die Menschen mit dieser Anschrift verwickelt gewesen seien, sagte ein Duisburger Polizeisprecher. Vor dem Haus fanden die Beamten etliche Autos mit ausländischen Kennzeichen, von denen einige an Tatorten aufgefallen waren. "Wir haben es vermehrt mit Banden aus Osteuropa zu tun."

In Oberhausen überprüften Polizisten 81 Menschen in zehn Wohnungen. Drei Männer nahmen die Beamten mit aufs Revier. Bei ihnen hatten sie eine Menge EC-Karten, Kleidungsstücke und Werkzeuge gefunden. Eine Festnahme gab es in Marl im Kreis Recklinghausen.

Mit der Aktion will die Polizei die Bürger auch auf die landesweite Kampagne "Riegel vor!" aufmerksam machen. In Infoveranstaltungen wollten die Behörden am Dienstag darüber informieren, wie man sich vor Wohnungseinbrüchen schützen kann. - lnw

Quelle: wa.de

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