Zehn Zentimeter lang

Weitere Larven von Riesen-Insekt entdeckt - Wird Unheilsbote in NRW heimisch?

Diese Raupe eines Totenkopfschwärmers haben die Eltern von Laetitia Renn kürzlich in der Eifel entdeckt.
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Diese Raupe eines Totenkopfschwärmers haben die Eltern von Laetitia Renn kürzlich in der Eifel entdeckt.

Die Nachricht von der seltenen, aber sehr großen Raupe eines Totenkopfschwärmers, die letzte Woche auf einer Wiese in Plettenberg gefunden worden ist, zieht weiter Kreise. Nun haben sich weitere Leser gemeldet, die die Riesen-Larven entdeckt haben. Bislang gingen Experten immer davon aus, dass sich der Falter in NRW nicht vermehrt.

  • In Plettenberg im Märkischen Kreis hat der Fund einer seltenen Raupe* für Aufsehen gesorgt.
  • Die Raupe des Totenkopfschwärmers ist auch in der Eifel entdeckt worden.
  • Experten gehen davon aus, dass Klimaveränderungen das Insekt nach Deutschland treiben.

Plettenberg/Blankenheimerdorf - "Ich habe im Internet Ihren Beitrag über den Sensations-Fund gelesen und wurde sofort hellhörig", schreibt uns Laetitia Renn. "Vor circa einer Woche schickten meine Eltern mir aufgeregt Bilder einer 10 Zentimeter großen, seltsam aussehenden Raupe. Diese wurde bei uns im Garten in der Eifel in Blankenheimerdorf, gefunden."

Es muss sich dabei um ein weiteres Exemplar einer Totenkopfschwärmer-Raupe handeln, berichtet come-on.de*. Die V-förmige, silbergraue Zeichnung und der kleine Stummelschwanz deuten darauf hin. 

Weiterer Sensations-Fund: Raupe des Totenkopfschwärmers in der Eifel gesichtet

"Ich wollte dies mit Ihnen teilen, da ich denke, dass diese Raupe eventuell öfters in Deutschland vertreten ist", schreibt Laetitia Renn aus dem rund 180 Kilometer von Plettenberg entfernten Blankenheimerdorf.

Zehn Zentimeter lang, silbergraue Zeichnung, Stummelschwänzchen: Das ist die Raupe des Totenkopfschwärmers, die in Plettenberg entdeckt wurde.

Möglich ist die allmähliche Verbreitung des Insekts auf jeden Fall, das hatte schon der Plettenberger Insektenexperte Ludwig Erbeling auf unsere erste Nachfrage bestätigt: "Früher wurde der Totenkopfschwärmer als Unheilsbote angesehen. Heute wissen wir, dass er, aus wärmeren Gegenden kommend, kaum eine Chance zur Vermehrung in unseren Breitengraden hat. Doch als Wanderfalter kommt er, auch im Zeichen unserer Klimaveränderung, immer häufiger bei uns vor."

Raupe des Totenkopfschwärmers entdeckt: Wird das Insekt in Deutschland heimisch?

Der Nachtfalter gehört zu den größten Schmetterlingen Europas. Die Weibchen des Totenkopfschwärmers können eine Flügelspannweite von bis zu 13 Zentimeter erreichen. Zum Vergleich: Der größte Tagfalter in Deutschland - der Schwalbenschwanz - hat eine Spannweite von gut 8 Zentimentern.

Der Totenkopfschwärmer eigentlich vor allem im heißen Afrika südlich der Sahara beheimatet. Gut möglich, so sagen Experten übereinstimmend, dass ihn die Klimaveränderungen immer weiter in Richtung Norden und inzwischen sogar nach Deutschland treiben und dass das kleine Tierchen vielleicht in Zukunft in immer mehr Gärten und Wiesen auftauchen könnte.

Der Totenkopfschwärmer ist vor allem aus dem Kult-Thriller "Das Schweigen der Lämmer" bekannt. Serienmörder Buffalo Bill platziert die Puppe des riesigen Falters im Mund seiner Opfer. Der inhaftierte Psychiater und Kannibale Hannibal Lecter erklärt der Ermittlerin im Film, was es damit auf sich hat: So wie die Puppe zum Schmetterling werde, wolle auch der Serienkiller sich entpuppen und zur Frau werden. Deshalb flößt das kleine Tierchen noch heute vielen Menschen Angst ein, wenn sie den Namen Totenkopfschwärmer hören.

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