"Raucher-Gipfel" im Neusser Rathaus

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Bürgermeister Herbert Napp, der "Vesuv von Neus"

NEUSS/DÜSSELDORF - Die beiden derzeit wohl bekanntesten deutschen Raucher nach Altkanzler Helmut Schmidt haben sich im Rathaus der rheinischen Stadt Neuss zu einem "Gipfel" getroffen. Die "Welt am Sonntag" hat das launige Gespräch veröffentlicht.

Der wegen seiner Qualmerei gekündigte Mieter Friedhelm Adolfs sagte darin, er könne dem aufsehenerregenden Rechtsstreit um seinen Fall etwas Positives abgewinnen. "Dafür, dass ich mich nicht beuge, bekomme ich sehr viel Zuspruch von den Menschen auf der Straße."

Im selben Interview sagte der als "Vesuv von Neuss" bekanntgewordene Bürgermeister Herbert Napp (CDU), durch die aktuellen Debatten ums Rauchen sei eine "breite Bewegung" entstanden, die sich auch gegen "andere Formen der Gängelung" richte. Als Beispiele nannte er an anderer Stelle den Vegetarier-Tag oder das Verbot von Heizpilzen.

Napp war in die Schlagzeilen geraten, weil er darauf beharrte, in seinem Dienstzimmer in Neuss bei Düsseldorf qualmen zu dürfen. In Nordrhein-Westfalen gilt seit Mai ein strenges Nichtraucherschutzgesetz. Mieter Friedhelm Adolfs wehrt sich derzeit gegen eine Amtsgerichtsentscheidung, mit der die von seiner Vermieterin ausgesprochene fristlose Kündigung bestätigt worden war.

Auf die Frage, ob es einige Nichtraucher übertreiben, sagte der 66-jährige CDU-Politiker Napp: "Allerdings. Es gibt diese Leute, die einen inquisitorisch und nachhaltig verfolgen." Adolfs ergänzte: "Der Bürger verliert seine Rechte."

Napp betonte, ihn selbst störe nichts am Rauchen: "Kleidung? Nein, da rieche ich nichts." In dem Gespräch unter dem Titel "Der Raucher-Gipfel" wurde auch gefragt, ob Napp glaube, dass im Himmel geraucht werde. Die Antwort: "Wenn der Himmel die ewige Seligkeit sein soll, dann herrscht da mit Sicherheit kein striktes Rauchverbot." Adolfs sagte: "So ist es. Und falls ich doch in die Hölle komme: Da kann einem zumindest das Feuer nicht ausgehen." - dpa

Quelle: wa.de

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