NRW prüft Schulversuch "Plattdeutsch"

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DÜSSELDORF - Plattdeutsch könnte wieder an Schulen in Nordrhein-Westfalen unterrichtet werden. Der Europarat möchte das Niederdeutsche schützen - das Schulministerium prüft einen Schulversuch im Münsterland.

An den Grundschulen im Münsterland könnte künftig wieder Plattdeutsch geschnackt werden. Wie das nordrhein-westfälische Schulministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, wird derzeit geprüft, ob im Regierungsbezirk Münster ein Schulversuch Niederdeutsch gestartet wird. In Schleswig-Holstein steht Plattdeutsch bereits ab dem kommenden Schuljahr an 27 Grundschulen mit zwei Wochenstunden auf dem Lehrplan.

Das Ministerkomitee des Europarats hatte die deutschen Behörden kürzlich aufgefordert, sich stärker für den Schutz von Regional- und Minderheitensprachen einzusetzen. In einer am 2. Juni in Straßburg veröffentlichten Empfehlung spricht sich das Gremium unter anderem dafür aus, das Niederdeutsche - umgangssprachlich Plattdeutsch - in Bundesländern wie NRW zum regulären Schulfach zu erheben. Eine Sprecherin des Düsseldorfer Schulministeriums teilte mit, in allen Lehrplänen der Sekundarstufe I seien Dialekte und Regionalsprachen bereits verankert.

Plattdeutsch wurde in vielen Regionen Deutschlands mit jeweils eigener Färbung gesprochen. Die Zahl der Mensch, die die Sprache beherrschen, ist aber im Laufe der Jahrhunderte stetig gesunken. Spätestens ab dem 20. Jahrhundert wurde das Niederdeutsche zunehmend durch Hochdeutsch aus Schulen und Gesellschaft verdrängt. Selbst noch in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durfte an einigen Schulen nicht einmal Plattdeutsch gesprochen werden. - lnw

Quelle: wa.de

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