Eltern sollen Baby schwer sadistisch misshandelt haben

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MENDEN - Die Eltern eines kleinen Mädchens müssen sich vor dem Landgericht in Arnsberg verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zumindest ein Elternteil den Säugling vor zwei Jahren in Menden "grausam, mit sadistischer Motivation" misshandelt hat.

Weil sich aber nicht klären ließ, wer genau die Taten begangen hat, wurden beide Eltern nicht wegen gezielter Angriffe gegen das Kind angeklagt, sondern nur wegen "Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen und Verletzung der Fürsorgepflicht".

Die 21 Jahre alte Mutter und der 25 Jahre alte Vater schwiegen zum Prozessauftakt. Sie nahmen sowohl die erschütternden Vorwürfe und Details aus der Anklage wie auch die Aussagen von Zeugen ohne große Regung zu Kenntnis.

Aufgefallen waren die Verletzungen, als die Mutter ihre drei Monate alte Tochter wegen einer Bronchitis im Krankenhaus untersuchen ließen. Der mit Hämatomen übersäte Körper des Mädchens wies mehrere Bisswunden, mehrere Knochenbrüche und Verbrennungen auf. Außerdem soll der Säugling laut Staatsanwaltschaft vergewaltigt worden sein. Das Kind kam nach der ärztlichen Behandlung in eine Pflegefamilie.

Eine Kinderärztin des Krankenhauses hatte nach Feststellung der Verletzungen die Polizei informiert. Sie sagte, dass das Mädchen sich nicht normal verhalten habe: "Sie zuckte selbst bei leisen Geräuschen oder wenn man sie anfasste zusammen." Das Kind habe Glück gehabt, dass es eine Bronchitis bekommen habe und ins Krankenhaus kam. "Wer weiß, wie das sonst geendet wäre", sagte die Ärztin.

Nach Zeugenaussagen hatte die Mutter versucht, die Bisswunden beispielsweise mit der Eifersucht eines kleinen Neffen zu begründen. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass das Baby von einem Erwachsenen mehrfach ins Bein gebissen wurde.

Auch heute noch leidet das zweijährige Mädchen offenbar unter den Folgen des Martyriums. "Sie hat Albträume und Schlafstörungen", sagte der Nebenkläger-Anwalt, der im Auftrag des Jugendamtes die Interessen des Mädchens vor Gericht vertritt. - dpa

Quelle: wa.de

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