Prozess am Landgericht Dortmund

Ohne Sex: Prostituierte prellt Mann um 200.000 Euro

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DORTMUND - Mit einem Geständnis hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen eine 31-jährige Heiratsschwindlerin begonnen. Die einschlägig vorbestrafte Prostituierte gab zu, einen 30-jährigen aus Remscheid um insgesamt mehr als 200.000 Euro geprellt zu haben.

Von Lisa Moorwessel

Ihr Opfer hatte die raffinierte Betrügerin im Internet-Portal „friendscout24.de“ kennen gelernt, den gerade in Trennung lebenden Familienvater offenbar schnell für sich eingenommen. „Wir hatten nie Sex, haben uns nie geküsst, aber verbal konnte er seine sexuellen Phantasien bei mir ausleben“ beschrieb die schlanke Frau mit schulterlangen gefärbten Haaren und körperbetontem Pulli ihre Masche der intensiven Bindung ganz besonderer Art.

Bereits beim ersten Treffen klagte die Frau über den drohenden Besuch eines Gerichtsvollziehers, da ihr Ex-Mann auf ihren Namen Schulden gemacht habe. Der verliebte Remscheider zückte die Geldbörse und „lieh“ der verzweifelten Frau Tausende von Euro. Die gleiche Summe gab er noch einmal, nachdem seine Angebetete angeblich beim Weg zum Gerichtsvollzieher überfallen worden war.

Eine Lügengeschichte nach der Anderen tischte die raffinierte Lügnerin ihrem gutgläubigen Opfer auf – mal waren es Beerdigungskosten für die plötzlich verstorbenen Eltern, mal eine Art Ablöse für eine Zwangsprostitution, mal der Rückkauf seines angeblich geklauten Dienstwagens.

Zu Prozessbeginn behauptete die Dortmunderin, dass ein Großteil der erbeuteten Gelder jedoch bei einem Bekannten in Serbien gelandet seien. Davon wollte ein mitangeklagter Rocker und Ex-Liebhaber der Schwindlerin nichts wissen, dieser sei auch nur eine Art Laufbursche gewesen. Sie habe immer ein Bündel von 500-Euro-Scheinen in der Handtasche gehabt, das Geld für Autos, Reisen und Schönheits-Operationen mit beiden Händen ausgegeben.

Für das Opfer der betrügerischen Machenschaften wurde es hingegen während der teuren und kusslosen Liaison finanziell immer enger: Der angestellte Techniker gab sein ganzes Geld aus für die vermeintlichen Notlagen seiner Traumfrau, nahm Kredite auf, pumpte die Eltern an, die sich ihrerseits selbst verschulden mussten.

Das Opfer hatte sich offenkundig immer mehr verstrickt in die Machenschaften der Dortmunderin und ihrer Helfershelfer, hatte zeitweilig Angst um sein Leben. Von dem angeklagten Rocker soll er mit einer Pistole bedroht und mit einer Scheinhinrichtung zu Tode geängstigt worden sein. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: wa.de

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