Gütersloher Doppelmörder ließ Schmuck zurück

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Neben seinem Anwalt Carsten Ernst (r.) hält der Angeklagte beim Prozessauftakt ein Schild mit der Aufschrift "Schuldfrei".

BIELEFELD - Im Prozess um den Doppelmord von Heiligabend in Gütersloh hat das Gericht am Mittwoch zwei Zeugen geladen. Sie machten Angaben zur Festnahme des Angeklagten und zu den Gegebenheiten am Tatort. Ein Raubmotiv für die Tat schloss einer der beiden aus.

Das Landgericht Bielefeld hat am Mittwoch die Verhandlung über den aufsehenerregenden Doppelmord von Heiligabend in Gütersloh fortgesetzt. Angeklagt ist ein 29-jähriger Mann aus Verl. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an Heiligabend des vergangenen Jahres eine 74-jährige Ärztin und ihren drei Jahre älteren Bruder in deren Villa in Gütersloh erstochen zu haben. Er selbst bestreitet die Tat.

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Das Landgericht befragte am Mittwoch einen Kriminalbeamten der Bielefelder Polizei. Er hatte die Verhaftung des 29-Jährigen Anfang Februar geleitet. Bei dieser habe der Angeklagte einen sehr gefassten und ruhigen Eindruck gemacht, sagte der Beamte. Offenbar habe er mit der Verhaftung gerechnet. Zu den Gegebenheiten am Tatort gab der Polizist an, dass der Täter dort Schmuck und mehrere Wertgegenstände zurückgelassen habe. "Wenn das Motiv Raub gewesen wäre, hätte er sicherlich genauer gesucht und mehr gefunden", vermutete er.

Als weiterer Zeuge war ein technischer Angestellter der Netzagentur Gütersloh geladen. Der Angeklagte ist gelernter Gas-Wasser-Installateur und soll nach der Tat im Obergeschoss des Hauses eine Gasleitung geöffnet und im Erdgeschoss eine Kerze angezündet haben, um eine Explosion zu verursachen. Warum diese schließlich ausgeblieben war, lasse sich nicht mehr herausfinden, sagte der Mitarbeiter der Netzagentur. Unklar sei etwa, wie sich das ausströmende Gas im Haus verteilte und wie viel davon durch eine Lücke im Dachgeschoss entweichen konnte. Die Explosionsgefahr sei dennoch sehr hoch gewesen. - dpa

Quelle: wa.de

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