Prozess um abgetrennten Arm - Zugführer vor Gericht

REMSCHEID - Einem 24-jährigen Zeitsoldaten war im Juli vergangenen Jahres beim Anfahren einer Regionalbahn in Remscheid ein Arm abgetrennt worden. Seit Donnerstag muss sich deswegen der Zugführer vor dem Amtsgericht Remscheid verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen fahrlässige Körperverletzung und grobe Verstöße gegen die Bahn-Vorschriften vor. Vor Gericht gingen die Aussagen über das Geschehen weit auseinander. An einem weiteren Verhandlungstag soll noch ein weiterer Zeuge, ein 15-jähriger Junge, gehört werden.

Der 24-Jährige berichtete, er sei im Brustbereich von der schließenden Zugtür eingeklemmt worden. Er habe dann aus dem anfahrenden Zug zurück auf den Bahnsteig springen wollen. Dabei habe er sich zwar aus der Tür befreien können, sei dann aber zwischen Zug und Bahnsteigkante ins Gleisbett gefallen. Dann sei sein Arm auf der Schiene vom Zug überrollt worden. Die Freundin des Opfers bestätigte die Aussage. Sie sehe das Geschehen noch genau vor sich.

Der Zugführer berichtete dagegen, er habe vor dem Schließen der Türen in den Rückspiegel geschaut und gesehen, dass alle Türen frei gewesen seien. Die Türen hätten sich ordnungsgemäß geschlossen und keine Kontrollleuchte habe eine Störung signalisiert. Dann habe er einen Knall gehört, die aufgeregten Mitreisenden gesehen und den Zug sofort gestoppt. Er sei lediglich drei Meter weit gefahren.

Eine Reisende aus dem Zug stützte diese Version: Der 24-Jährige sei angerannt gekommen und vor den Zug gesprungen, als die Türen bereits geschlossen gewesen seien.

Ein Bekannter des Opfers berichtete dagegen, er habe den Zugführer vor dem Geschehen gebeten, eine Minute auf seine heraneilenden Freunde zu warten. Dies habe der Mann abgelehnt: Man sei bereits zu spät dran. Der Zugführer sagte dagegen, er könne sich an ein solches Gespräch nicht erinnern. Der Termin des nächsten Verhandlungstages stand zunächst noch nicht fest. - lnw

Quelle: wa.de

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