Prinzessinnen-Hochzeit in Bad Berleburg mit Hindernissen

Gut beschirmt: Nathalie zu Sayn-Wittgenstein und ihr Ehemann Alexander Johannsmann. ▪

BAD BERLEBURG ▪ Von Pia Käfer ▪ Nicht London und nicht Monaco: Eine Adelshochzeit auf dem Lande fand am Wochenende in Bad Berleburg statt. Für Glanz und internationales Interesse an dem Kurort im Kreis Siegen-Wittgenstein sorgte Besuch aus dem dänischen Königshaus.

„Prinzessin Nathalie, Sie haben den Brautstrauß vergessen“, rief Karl-Heinz Unger. Aufgeregt gestikulierend lief der Hausmeister des Schlosses von Bad Berleburg der Braut auf ihrem Weg zur Kirche hinterher.

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Prinzessinnen-Hochzeit in Bad Berleburg

Während der vergessene Brautstrauß viele Helfer in Hektik versetzte, nahm Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (36) die Verzögerung gelassen. Entspannt wartete sie mit ihrem Vater Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg im Eingangsportal. Von Trauzeugin Emma Hindle ließ sie sich die drei Meter lange Schleppe des cremefarbenen Kleides nochmals richten. Im Polizeiwagen mit Blaulicht holte der Hausmeister unterdessen den Strauß aus dem nah gelegenen Schloss. Helferin Hanne Nielsen trug das Bund aus weißen und roséfarbenen Pfingstrosen im Laufschritt die letzen Meter hinauf zur Kirche. Dann konnte es endlich losgehen: Mit wenigen Minuten Verzögerung begann die kirchliche Trauung von Prinzessin Nathalie und Alexander Johannsmann (33).

Von der Aufregung vor der Tür hatten die 230 Gäste, die bereits im Kirchenschiff saßen, nichts mitbekommen. Kurz bevor Braut und Bräutigam – getrennt voneinander in zwei Rolls Royce – vorfuhren, war die dänische Königin Margrethe II. über den roten Teppich geschritten. Begleitet wurde sie bei schönstem Sonnenschein von ihrer Schwester Anne-Marie, der früheren Königin von Griechenland. Für Blitzlichtgewitter seitens der zahlreichen Journalisten, die auch aus dem Ausland angereist waren, sorgte der Auftritt von Frederik und Mary, dem Kronprinzenpaar von Dänemark. In einer beigefarbenen Robe nahm Mary an den Feierlichkeiten teil. Sie ist auch Patin des fast einjährigen Konstantin, des Sohnes von Prinzessin Nathalie und Alexander Johannsmann.

Claudia Latzel-Binder, die gleiche Pfarrerin, die Konstantin an Weihnachten getauft hatte, leitete jetzt die Hochzeitszeremonie. Musikalisch gestaltete der dänische „St. Annae Pige Kor“ die Feier. 45 Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sangen unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Benedikte von Dänemark, der Mutter der Braut. Ihre hellen Stimmen hatten zuvor auch den Einzug der Gäste in die Stadtkirche untermalt.

Ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch die Sonne blicken, begann es eine Stunde später zu regnen, passgenau zum Auszug der Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche. Eilig halfen Bad Berleburger Schützen den frisch Vermählten mit großen, blauen Schirmen aus. Zu einem Kuss für die Kameras ließ sich das Paar trotz dicker Regentropfen leicht überreden. Dann ging es zurück zum Schloss. Einige hundert Einwohner säumten die Straßen, winkten trotz Schirmen in den Händen mit Fähnchen: blau-gelb für Bad Berleburg und rot-weiß für Dänemark.

Das Brautpaar, Königin Margarethe sowie die dänischen und griechischen Kronprinzen erreichten das Schloss gerade noch rechtzeitig, bevor heftige Hagelschauer auf die Stadt herab prasselten. Hunderte weiterer Gäste, darunter zahlreiche Mitglieder der Familien zu Sayn-Wittgenstein, mussten in Bussen ausharren, bis der schlimmste Regen vorbei war. Der Empfang wurde kurzerhand vom Schlosshof in die Empfangshalle verlegt. Dinner und Tanz konnten anschließend aber wie geplant in Zelten im Schlosspark stattfinden.

Info: Prinzessin Nathalie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (36) ist die jüngste Tochter von Prinzessin Benedikte von Dänemark und Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und somit die Nichte der dänischen Königin Margrethe II. In Kopenhagen geboren, wuchs sie in Deutschland auf. Nach dem Abitur ließ sie sich ab 1994 in Schweden zur Dressurreiterin ausbilden. Auf internationalen Turnieren repräsentiert Prinzessin Nathalie seither Dänemark. Zu ihren Erfolgen zählt eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Inzwischen züchtet sie in Bad Berleburg selbst Pferde.

Alexander Johannsmann (33) kam im westfälischen Gütersloh zur Welt. Er ist gelernter Tischler, arbeitet aber seit 2005 in der Internationalen Pferdespedition seines Onkels. Sein Vater ist Heinrich-Wilhelm Johannsmann, ein ehemals erfolgreicher Springreiter. Standesamtlich wurde das Paar am 27. Mai 2010 getraut. Sohn Konstantin kam am 24. Juli 2010 zur Welt. Die Familie lebt gemeinsam im Schloss Berleburg.

Quelle: wa.de

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