Post-Streik: Verdi erhöht den Druck

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Verdi dehnt Warnstreiks bei der Post aus.

BONN/DORTMUND - Die Gewerkschaft Verdi will bei der dritten Post-Tarifrunde an diesem Donnerstag ein Ergebnis. Ob das gelingt, ist aber offen. Zunächst muss die Post mal ein Angebot vorlegen. Verdi dehnte währenddessen die Warnstreiks aus.

Vor Beginn der dritten Tarifrunde bei der Deutschen Post am Donnerstag in Neuss haben die Beschäftigten mit Warnstreiks den Druck auf das Unternehmen erhöht. In neun Bundesländern folgten 2200 Zusteller am Mittwochdem Aufruf zu Arbeitsniederlegungen. In Nordrhein-Westfalen, einem Schwerpunkt des Ausstands, beteiligten sich nach Verdi-Angaben mehr als 1000 Beschäftigte. Warnstreiks gab es außerdem unter anderem in Hessen, Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz.

Die Gewerkschaft möchte bei den Verhandlungen ein Ergebnis erzielen. Für diesen Freitag wurde bereits eine Sitzung der Tarifkommission ebenfalls in Neuss anberaumt. Die Gewerkschaft fordert für die 132 000 Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Außerdem soll die Postzulage für die rund 43 000 Beamten neu geregelt werden. Die Post will ein Angebot vom Verhandlungsverlauf abhängig machen. "Die Chancen stehen aber gut", sagte ein Sprecher in Bonn.

Zu einer zentralen Kundgebung kamen am Mittwoch in Dortmund rund 500 Zusteller aus NRW zusammen. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland seien etwa 1,5 Millionen Briefe und 120 000 Pakete nicht oder nur verspätet zugestellt werden, schätzte die Gewerkschaft. Bereits am Dienstag hatten sich nach Verdi-Angaben 2000 Beschäftigte in fünf südlichen Bundesländern an Warnstreiks beteiligt. Seit Beginn der Warnstreiks vor einer Woche hätten sich bundesweit mehr als 10 000 Postbeschäftigte an befristeten Arbeitsniederlegungen beteiligt.

Jetzt sei die Deutsche Post am Zug, sagte die Verhandlungsführerin von Verdi, Andrea Koscis, mit Blick auf die Tarifrunde. Im vergangenen Jahr hatte Verdi vier Prozent mehr Einkommen durchgesetzt. Verdi drohte mit weiteren Ausständen, falls der Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. "Die Beschäftigten erwarteten ein deutliches Plus im Portemonnaie", betonte Koscis. Dem Unternehmen gehe es gut, das müsse auch für die Beschäftigten gelten. - dpa

Quelle: wa.de

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