Positive Zwischenbilanz für "Kein Kind zurücklassen!"

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Hannelore Kraft (SPD), nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin, spricht in Oberhausen auf einer Pressekonferenz zum Projekt "Kein Kind zurücklassen".

OBERHAUSEN - Es geht um frühe Hilfen: "Kein Kind zurücklassen!" ist ein Paradeprojekt der rot-grünen Landesregierung. An der Seite der Ministerpräsidentin berichten Kommunen von Erfolgen.

Das 2012 gestartete NRW-Modellprojekt "Kein Kind zurücklassen!" zeigt nach Aussage der beteiligten Partner Wirkung. Unter anderem seien mehr Kinder von der Grundschule auf das Gymnasium gewechselt und durch helfende Maßnahmen auch Einsparungen erzielt worden. Das berichteten Vertreter der 18 NRW-Modellkommunen am Freitag in Oberhausen bei einem Treffen zur Zwischenbilanz.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nannte das Vorhaben einen Paradigmenwechsel: "Vorbeugung funktioniert und Vorbeugung lohnt sich", betonte sie. Das Projekt soll dazu betragen, dass Kinder früh gefördert werden, und auf diese Weise spätere Ausgaben für soziale Zwecke vermeiden.

Das auf vier Jahre angelegte Vorhaben wird von der Landesregierung und der Bertelsmann Stiftung getragen und kostet 4,7 Millionen Euro. Das Gemeinschaftsvorhaben solle bis 2020 fortgesetzt werden, kündigte Kraft an. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied des Kooperationspartners Bertelsmann Stiftung, bekräftigte, das Projekt zeige, "dass die Präventionskette wirksam ist". Mit der begleitenden Forschung entstehe auch eine Datenbasis über die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten in der Kita. Das Projekt solle nicht auf der Modellebene bleiben, sagte Mohn.

Die einzelnen Kommunen verfolgen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Allen gemeinsam ist, das die einzelnen Akteure, wie Kinderärzte, Kitas, Schulen, Sportvereine oder Jugendämter, zur Förderung von Kindern zusammenwirken.

Die Begleitforschung zu "Kein Kind zurücklassen!" erkundet Faktoren, die das Erlernen der Sprache begünstigen. Schlechte Sprachkenntnisse sind ein Haupthindernis für einen Schulabschluss und den Start ins Berufsleben. "Die Weichen für die Entwicklung von Kindern werden früh gestellt", meinte Prof. Peter Strohmeier, der Leiter der Begleitforschung. Ein früher Kitabesuch habe sich als wirksam erwiesen für die Sprachkompetenz. Auch der Besuch eines Sportvereins sei gut. "Da muss man reden", sagte Strohmeier. Eine der Teilnehmerkommunen von "Kein Kind zurücklassen!" gebe Sportgutscheine für Kinder aus.

Auch der Kreis Düren macht mit. Dessen Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) berichtete, dass nun mehr junge Leute die Hauptschule mit einem Abschluss verlassen. Er unterstützte das Konzept der frühen Förderung, statt später Hilfe. "Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, stehen alle zur Hilfe bereit", kritisierte er die gängige Praxis. Wie er bemängelten viele Kommunalvertreter, die schwierige Bewilligung von vorbeugenden Maßnahmen im Gegensatz zu späteren Pflichtaufgaben. - dpa

Quelle: wa.de

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