Polizisten rebellieren gegen die angeblich unkleidsamen „Russenhauben“

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Jetzt auch in Blau: Die unbeliebte Russenmütze.

DÜSSELDORF - „Wir lassen uns nicht zum Affen machen. Wir sind hier nicht in Moskau.“ Die Stimmung unter den nordrhein-westfälischen Polizisten ist gereizt, obwohl der Anlass, wie Gewerkschaftsboss Frank Richter einräumt, eher banal ist.

„Seit drei Jahren warten die Kollegen auf eine anständige Wintermütze.“ Dabei ist es nicht so, als müssten die Beamten bei Frost und Schnee ohne Mütze die Stellung halten. Es geht um das vom Innenministerium ausgewählt Modell: eine Fellmütze mit Ohrenklappen.

Gab es bei der neuen blauen Uniform Mitsprache und ein Auswahlverfahren, sei das bei der Wintermütze ganz anders gewesen. Den Polizisten wurde das gleiche Modell verpasst, das schon seit Jahrzehnten in Grün gibt. Mehr als 6000 Stück habe man von der Fell-Variante bereits angeschafft, berichtet das Polizei-Beschaffungsamt. Die Nachfrage sei groß und die Fellmütze für Minus-Temperaturen auch gut geeignet. Das regt die Beamten auf: „Was heißt große Nachfrage? Die wurden einfach bestellt, uns hat keiner gefragt“, berichtet ein Polizist aus Düsseldorf. „Die hält zwar warm, aber die sieht einfach tierisch Scheiße aus“, findet Marco Spelleken, Polizist aus Bergheim. „Die grüne Fellmütze hat auch schon keiner angezogen.“ Außerdem sei sie unhandlich, passe in keine Uniformtasche und: „Sie juckt.“ Passanten sehen die Sache nicht so dramatisch: „Die mit dem Fell sind doch gerade ganz modern.“

Laut Gewerkschaftsboss Richter werde die Fellmütze „von 80 Prozent der Kollegen abgelehnt“. Deswegen hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die landesweite „Aktion Wintermütze“ gestartet und verteilt auf eigene Kosten 5000 Mützen. „Die finde ich super, definitiv besser als die andere, die lag nach zwei Tagen bei mir im Keller“, sagte eine Polizistin gestern in der Düsseldorfer Altstadt.„Der Respekt vor der Polizei hat ohnehin abgenommen“, sagt Polizei-Personalrat Manfred Böhm. „Es ist schwer genug geworden, sich durchzusetzen – etwa hier in der Düsseldorfer Altstadt. Da will man sich nicht noch zusätzlich lächerlich machen.“

Allerdings hat auch das Gewerkschafts-Modell seine Tücken: Es ist schwarz statt dunkelblau, trotz „Polizei“-Schriftzug keine offizielle Dienstbekleidung, aus 100 Prozent Acryl, knistert und juckt. Dennoch: Viele Vorgesetzte duldeten das Tragen der Gewerkschafts- oder privater Wintermützen, berichten die Beamten. Im Innenministerium hat man offenbar die Brisanz der Mützenfrage erkannt und hält sich zur Frage der Kopfbedeckung bedeckt: Der Stellungnahme des Polizei-Landesamtes sei nichts hinzuzufügen. - dpa

Quelle: wa.de

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